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15.12.2022

Norwegen ist auf Medizintechnik aus dem Ausland angewiesen

In Norwegen steigen die medizinischen Bedürfnisse der alternden Bevölkerung stetig. Medizintechnik wird im Land kaum hergestellt.

Flagge Norwegen; Quelle: fotolia/fotonen
© Quelle: fotolia/fotonen

Der norwegische Markt für Medizintechnik wächst. Das geschätzte Volumen beträgt etwa drei Milliarden Euro, die Tendenz ist steigend. Diese Entwicklung wird maßgeblich von der Überalterung der Bevölkerung geprägt: Immer mehr Menschen leben mit komplexen Krankheitsbildern, Demenz und Krebs. Die Nachfrage nach Gesundheitsdienstleistungen wird deswegen zukünftig deutlich zunehmen. Vor allem in den ländlichen Regionen ist die Pflegelast sehr hoch. Lösungen für Ferndiagnose, -behandlung und -überwachung werden immer stärker nachgefragt.

Um das Gesundheitswesen effizienter zu machen, hat die norwegische Regierung zuletzt den Nationalen Gesundheits- und Krankenhausplan 2020-2023 sowie die Nationale E-Health-Strategie 2017-2022 auf den Weg gebracht. Die Patientensicherheit soll gesteigert und der Behandlungsverlauf verbessert werden. Dazu müssen neue medizintechnische Produkte, diagnostische Werkzeuge und nicht zuletzt die nötige Informations- und Kommunikationstechnik beschafft werden. Kinder und Jugendliche sowie Menschen mit psychischen Erkrankungen sind wichtige Zielgruppen.

Das norwegische Gesundheitswesen wird von der öffentlichen Hand dominiert; weniger als 15 Prozent der Gesundheitsausgaben sind privatfinanziert. Im Inland wird kaum Medizintechnik produziert und das Gesundheitswesen ist stark importabhängig. Deutschland zählt zu den wichtigsten Lieferanten. Technologien „made in Germany“ genießen einen guten Ruf: Deutsche Anbieter sind führend bei Diagnosegeräten wie Röntgenapparaten sowie Magnetresonanz- und Computertomographen, aber auch bei Sterilisatoren, zahntechnischen Instrumenten und Schrittmachern.

Da Norwegen die EU-Regeln anwendet, ist mit der Freigabe im EU-Raum auch der Vertrieb in Norwegen freigegeben, wenn das Produkt mit dem CE-Zeichen gekennzeichnet ist. Jedoch muss bei der Wareneinfuhr ein zugelassener Wirtschaftsbeteiligter beauftragt werden. Um auf dem Markt tätig zu werden, muss zudem ein Eintrag im norwegischen Register für ausländische Unternehmen NUF vorliegen. Damit neuartige Lösungen auch wirklich eine Marktchance haben und nicht dem teilweise konservativen Einkaufssystem zum Opfer fallen, hat die staatliche Innovationsagentur Innovation Norway zusammen mit dem Forschungsrat ein Nationales Programm für Lieferantenentwicklung (Nasjonalt program for leverandørutvikling) ins Leben gerufen.

Weitere Informationen finden interessierte Unternehmen im vollständigen Bericht „Branche kompakt – Norwegen“.

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