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17.11.2022

Finnland: Hoher Bedarf an Altenpflege-Produkten

In Finnland steigt der Bedarf an innovativen Technologien für die Altenpflege. Ein neuer Bericht aus der Serie „Branche kompakt“ von Germany Trade & Invest (GTAI) informiert deutsche Anbieter über ihre Geschäftsaussichten.

Flagge Finnland; Quelle: fotolia/Björn Wylezich
© Quelle: fotolia/Björn Wylezich

Finnlands Markt für Medizintechnik wächst stabil. Bis 2026 soll er sich auf fast 1,6 Milliarden Euro belaufen. Ausschlaggebend ist unter anderem die im Sommer 2021 beschlossene Sozial- und Gesundheitsreform (Sote-Reform). Sie soll die Gesundheits- und Sozialversorgung in Finnland landesweit auf ein einheitliches Niveau bringen. Darüber hinaus gilt Finnland als einer der europäischen Vorreiter im Bereich Digital Health. Die digitale Plattform Digital Health Village versteht sich als zentraler Dienstleister für das finnische Gesundheitswesen, um den E-Health-Bereich im Land weiter auszubauen. Es bringt Patienten, Fachkräfte des Gesundheitswesens, IT-Spezialisten und Patientenorganisationen zusammen.

In Finnland eingesetzte Medizintechnik kommt zum großen Teil aus dem Ausland. Im Jahr 2021 beliefen sich die Importe auf insgesamt 940 Millionen Euro. Deutschland war der wichtigste Lieferant und steuerte mehr als ein Viertel der gelieferten Medizintechnik bei. Für einfache Produkte wie Spritzen, Masken oder Lösungen zur Wundversorgung ist der finnische Markt jedoch weitestgehend gesättigt. Auch für hochentwickelte Technologien wie Röntgengeräten oder MRT sind bereits viele Unternehmen auf dem finnischen Markt. Chancen besitzen Anbieter von neuen Technologien oder besseren als derzeit auf dem Markt verfügbaren Lösungen. Das größte Marktpotenzial liegt derzeit bei Produkten für die Altenpflege. Grund dafür ist die stark alternde finnische Bevölkerung. Auch bei der Behandlung von klassischen Volkskrankheiten steigt der Bedarf.

Finnlands EU-Mitgliedschaft vereinfacht den Markteintritt für deutsche Medizintechnikhersteller. Für die Zulassungsverfahren von medizintechnischen Ausrüstungen ist seit Anfang 2020 die finnische Arzneimittelagentur Fimea zuständig. Bevor ein neues Produkt auf den Markt gebracht werden darf, müssen Hersteller die Sicherheit, die Eignung für den vorgesehenen Verwendungszweck sowie die Leistung und Zuverlässigkeit des Produkts nachweisen. Dazu reicht in der Regel die CE-Kennzeichnung. Experten empfehlen bei der Geschäftsanbahnung die Zusammenarbeit mit einem lokalen Vertriebspartner.

Weitere Informationen finden interessierte Unternehmen im vollständigen Bericht „Branche kompakt – Finnland“. Online stellt Germany Trade & Invest außerdem ausführliche Informationen zum Wirtschafts- und Steuerrecht sowie zu Einfuhrregelungen, Zöllen und Handelshemmnissen zur Verfügung.

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