Meldung
17.11.2022

China ist von Arzneimittelimporten aus Deutschland abhängig

Der Arzneimittelbedarf im Reich der Mitte steigt. Ein wesentlicher Treiber ist die rasche Alterung der Gesellschaft. Deutsche Unternehmen haben langfristig gute Absatzchancen.

Chinesische Flagge
© istockphoto.com/ Alexander Gatsenko

Chinas Pharmabranche bleibt auf Wachstumskurs. Bei der medizinischen Versorgung besteht noch Nachholbedarf, weshalb die Regierung den Gesundheitssektor weiter ausbauen will. Auch die Lebenserwartung der chinesischen Bevölkerung nimmt weiter zu. Der Bedarf an Medikamenten zur Behandlung von altersbedingten Krankheiten dürfte folglich in Zukunft deutlich steigen. Anders als hierzulande, kaufen Patientinnen und Patienten über 70 Prozent aller verschreibungspflichtigen Medikamente über Krankenhäuser. Etwa 20 Prozent werden über den Einzelhandel – in erster Linie über Apotheken – und nur rund fünf Prozent online abgesetzt.

Da die chinesische Pharmaindustrie nur sehr bedingt in der Lage ist, moderne Arzneimittel eigenständig zu entwickeln, ist das Reich der Mitte besonders bei Fertigarzneimitteln auf Importe angewiesen. Deutsche Anbieter sind Chinas wichtigste Lieferanten und liegen traditionell auf Rang eins der Importstatistik. Die chinesischen Arzneiwareneinfuhren aus Deutschland summierten sich 2021 laut Zollbehörde auf 9,5 Milliarden US-Dollar (umgerechnet knapp 9,2 Milliarden Euro). Das sind fünf Prozent mehr als im Vorjahr.

Pharmaunternehmen aus Deutschland, die auf dem chinesischen Arzneimittelmarkt aktiv werden wollen, sollten für ihre Produkte unbedingt einen ausreichenden Patentschutz sicherstellen. Außerdem ist es wichtig, mit einem verlässlichen chinesischen Partner zusammenzuarbeiten. Dieser kann im Zweifelsfall besser einschätzen, ob ein neues Präparat Chancen auf dem chinesischen Markt hat.

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