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14.09.2022

Absatzchancen auf dem britischen Medizintechnikmarkt

Die britische Regierung investiert hohe Summen in die Verbesserung ihres Gesundheitssystems. Trotz Brexit bleiben die Absatzchancen für deutsche Hersteller von Medizintechnik dadurch gut.

Flagge Großbritannien; Quelle: colourbox.de
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Der britische Medizintechnikmarkt wächst: Nach Schätzung von Experten soll das Marktvolumen im Jahr 2022 um etwa 8,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf umgerechnet 13,6 Milliarden Euro ansteigen. Um Kapazitätslücken und Engpässe im öffentlichen Gesundheitssystem (National Health Service, NHS) zu schließen, fördert die britische Regierung den Gesundheitsmarkt durch breite Investitionsprogramme.

Unter anderem sollen bis 2030 umgerechnet etwa 4,4 Milliarden Euro in den Bau von 40 neuen Krankenhäusern fließen. Das Gesamtvolumen der Investitionen beziffert der NHS auf rund 48 Milliarden Euro. Hinzu kommt das etwa 300 Milliarden Euro schwere Beschaffungsprogramm für diagnostische Geräte. Auf der Onlineplattform des britischen Gesundheitsministeriums werden alle Projekte zur Verbesserung des öffentlichen Gesundheitssystems vorgestellt.

Absatzchancen für deutsche Hersteller von Medizintechnik bieten auch die privaten Krankenhäuser im Land. Sie gelten als attraktive Alternative zum NHS. Grund dafür ist, dass die Beschaffungsstrukturen hier deutlich schlanker organisiert sind. Auch im Bereich Digitalisierung bestehen Geschäftschancen, da bereits ein umfangreiches E-Health-System etabliert ist: 22 Millionen Patientinnen und Patienten nutzen die NHS-App als Zugang zu Gesundheitsinformationen oder vereinbaren darüber Termine mit ihrem Hausarzt.

Beim Verkauf medizintechnischer Güter im Vereinigten Königreich müssen deutsche Exporteure die regulatorischen Veränderungen, die infolge des Brexits entstanden sind, beachten. Die britische Regierung befindet sich noch auf dem Weg zu einem neuen Medizintechnikstandard, was derzeit für Unsicherheiten beim Handel sorgt. Es wird erwartet, dass der neue Standard etwas strikter ausfallen könnte als die europäische Regulierung. Ausführliche Informationen zu allen neuen Regeln für den deutsch-britischen Handel gibt es im Special „Beyond Brexit“ von Germany Trade & Invest (GTAI).

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