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04.08.2022

Australien: Importbedarf für Medizintechnik steigt

Exporteure von Medizintechnik profitieren von einer steigenden Nachfrage nach Gesundheitsdienstleistungen. Ein neuer Bericht der Serie „Branche kompakt“ von Germany Trade & Invest (GTAI) informiert deutsche Hersteller über ihre Marktchancen.

Australische Flagge flattert im Wind
© istockphoto.com/ JoeGough

Australiens Markt für Medizintechnik wächst stabil. Marktforscher beziffern das lokale Absatzvolumen im Jahr 2020/2021 auf umgerechnet rund 6,83 Milliarden Euro. Prognosen erwarten bis 2026 ein Umsatzwachstum mit einer jährlichen Steigerungsrate von durchschnittlich 6,7 Prozent. Neben einem hohen freien verfügbaren Einkommen der Australier ist die wachsende und alternde Bevölkerung im Land ein treibender Faktor. Aufgrund der längeren Lebenserwartung soll die versorgungsintensive Bevölkerungsgruppe der über 60jährigen bis 2030 auf 5,4 Millionen Menschen anwachsen. Zudem befinden sich lebensstilbedingte und chronische Krankheiten auf dem Vormarsch.

Um den hohen Versorgungsbedarf zu decken, investiert der Staat in den Bau neuer öffentlicher Einrichtungen. Die höchsten Investitionen tätigt der bevölkerungsreichste Staat New South Wales mit der Metropole Sydney: In den kommenden vier Jahren werden hier fast 8,7 Milliarden Euro in den Neu- und Ausbau von rund 110 Gesundheitseinrichtungen gesteckt. Auch der private Krankenhaussektor expandiert. Marktstudien zufolge sollen bis 2030 etwa 2.200 neue Privatbetten entstehen.

Im Bereich der Medizintechnik ist Australien in hohem Maße importabhängig: Rund 70 Prozent des lokalen Bedarfs wird durch Einfuhren gedeckt. Deutschland zählt hinter den USA und China zu den drei wichtigsten Lieferländern. Einen besonders hohen Anteil hatte Deutschland im vergangenen Jahr an der Einfuhr von Röntgengeräten und zahnmedizinischen Instrumenten. Ein großes Marktpotenzial bietet sich für deutsche Medizintechnik-Hersteller nicht nur bei „konventionellen“ medizinischen Geräten, sondern zunehmend auch bei Digital Health- und Telemedizin-Lösungen.

Grundsätzlich ist die Digitalisierung des australischen Gesundheitssektors bereits weit fortgeschritten. Nachdem die elektronische Patientenakte bereits seit 2019 etabliert ist, sollen demnächst elektronische Verschreibungen und Active Script Lists (ASL) eingeführt werden. Dabei handelt es sich um elektronische Register, die alle gültigen Verschreibungen eines Patienten enthalten. Um die Covid-19-Pandemie zu bewältigen, wurden seit 2020 außerdem zahlreiche telemedizinische Leistungen in das Medicare Benefits Schedule (MBS) aufgenommen.

Alle medizintechnologischen Produkte, die auf dem australischen Markt vertrieben werden, müssen im Australian Register of Therapheutic Goods (ARTG) registriert werden. Für viele Medizinprodukte ist dabei eine CE-Kennzeichnung ausreichend. Weitere Informationen finden interessierte Unternehmen im ausführlichen Bericht „Branche kompakt – Australien“ von Germany Trade & Invest.

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