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29.04.2022

VAE: Boom beim Krankenhausbau soll bis 2025 anhalten

Bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens der Vereinigten Arabischen Emiraten sind Lösungen aus Deutschland gefragt. Die Emirate haben zudem Erleichterungen für den Import angekündigt. Doch Medizintechnik-Importe aus Deutschland müssen sich gegen die starke asiatische Konkurrenz behaupten.

Flagge Vereinigte Arabische Emirate; Quelle: fotolia.de/Dangubic
© fotolia/Dangubic

Um satte 26,1 Prozent ist der Medizintechnikmarkt in den Vereinigten Arabischen Emiraten vom Jahr 2019 bis zum Jahr 2020 gestiegen. Das Einfuhrvolumen legte um 21 Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar (1,12 Milliarden Euro) zu. Der Grund: Die Emirate bauen derzeit ihren Krankenhaussektor massiv aus. Im Jahr 2020 gab es bereits 169 Krankenhäuser mit mehr als 17.000 Betten (2010: 86 Hospitäler mit 9.600 Betten). Aktuell werden im Krankenhausbau Projekte im Wert von rund 2 Milliarden Dollar (1,87 Milliarden Euro) umgesetzt. Vorhaben in Höhe von 791 Millionen Dollar (740,47 Millionen Euro) befinden sich im Bau und mit einem Volumen von etwa 1,2 Milliarden Dollar (1,12 Milliarden Euro) in der Planungsphase. Das Wachstum soll bis zur erwarteten Marktsättigung im Jahr 2025 unvermindert anhalten.

Deutschland ist hinter den USA der zweitwichtigste Lieferant von Medizintechnik in die Emirate, insbesondere von Elektrodiagnoseapparaten und -geräten sowie von Röntgenapparaten. Einen Zuwachs um mehr als 300 Prozent gab es zuletzt beim Export von Therapie- und Atmungsgeräten in die Emirate.

Die Coronakrise hat die Umsetzung von E-Health-Anwendungen beschleunigt. 2021 führten die Emirate die digitale Plattform Riyati ein. Hier werden Krankenakten und Patientendaten aus öffentlichen und privaten Krankenhäusern des Landes gespeichert. Damit soll der Austausch von Informationen zwischen Gesundheitsdienstleistern erleichtert werden. Hauptinvestor in Digital-Health-Lösungen ist der Staat, der eine „Innovation Healthcare“-Strategie umsetzt. Bei digitalen Lösungen für die Gesundheitswirtschaft gelten deutsche Produkte als überragend im Hinblick auf Qualität und Technik, sie müssen sich jedoch auf dem zunehmend preissensiblen Markt gegen starke Konkurrenz aus Südkorea und China behaupten. Die Emirate wollen zudem die Innovationskultur und die Zusammenarbeit im Gesundheitssektor vorantreiben. Deshalb starteten das Gesundheitsministerium und die Finanzmetropole Dubai im Jahr 2019 das Forschungslabor AI-Lab (AI = Artificial Intelligence).

Die emiratische Zollverwaltung hat angekündigt, den Import- und Zollprozess zu vereinfachen, um den Einfuhren zu erleichtern. Germany Trade and Invest stellt ausführliche Informationen zu den Rahmenbedingungen für den Export in die VAE zur Verfügung (Wirtschafts- und Steuerrecht, Einfuhrregelungen, Zölle und nichttarifäre Handelshemmnisse).

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