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14.12.2021

Tansania ist attraktiver Zielmarkt für deutsche Unternehmen

Der tansanische Gesundheitssektor wächst dynamisch. Dank der zunehmenden wirtschaftspolitischen Stabilität investiert das Land massiv in seine Gesundheitsversorgung. Deutsche Unternehmen haben nicht nur gute Chancen als Zulieferer von Medizintechnik und Pharmazeutika, sondern auch im Rahmen von Public-private-Partnerships mit lokalen Gesundheitseinrichtungen.

Afrika
© Emad Aljumah/Getty Images

Marktforscher schätzen den Gesamtumsatz des tansanischen Gesundheitsmarkts für 2021 auf etwa 3,2 Milliarden US-Dollar (ca. 2,83 Milliarden Euro). Der Absatz von Pharmazeutika nimmt davon rund 561 Millionen US-Dollar (ca. 497,8 Millionen Euro) ein. Die Nachfrage nach medizinischen Dienstleistungen steigt sowohl bei der Grundversorgung als auch bei Spezialdienstleistungen rapide. Zu den stärksten Wachstumstreibern zählen das hohe Bevölkerungswachstum, das Entstehen einer zahlungskräftigeren urbanen Mittelschicht sowie die Zunahme chronischer Krankheiten, darunter Krebs, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Die im Vergleich zu anderen ostafrikanischen Staaten noch niedrige Staatsverschuldung gibt der Regierung Spielraum für Investitionen – auch im Gesundheitssektor. So baut der Staat derzeit unter anderem neue Krankenhäuser in den Städten sowie kleinere Kliniken für die medizinische Grundversorgung auf dem Land. Zuletzt wurde in das Muhimbili National Hospital in Daressalam investiert. Auch in der neuen Hauptstadt Dodoma ist mit größeren Projekten im öffentlichen Gesundheitsbereich zu rechnen. Einkäufe bei Medizintechnik-Herstellern werden in Tansania über das Beschaffungsamt des Gesundheitsministeriums Medical Stores Department (MSD) abgewickelt.

Um Kosten einzusparen, ist der Staat grundsätzlich für Kooperationen mit dem Privatsektor (Public-private-Partnerships, PPPs) aufgeschlossen. Gute Kooperationsmöglichkeiten gibt es zum Beispiel bei der Behandlung chronischer Krankheiten sowie für Mutter-Kind-Einrichtungen. Im wachsenden Privatsektor konzentrieren sich Gesundheitseinrichtungen zunehmend auf lukrative medizinische Dienstleistungen wie die Behandlung chronischer Krankheiten, Pädiatrie, Orthopädie, Schönheitschirurgie, Zahn- und Augenheilkunde sowie Diagnostik.

Medizinische Geräte und Verbrauchsmaterialien werden größtenteils importiert, wodurch auch für deutsche Unternehmen attraktive Absatzchancen entstehen. Sowohl Medizintechnik als auch Pharmazeutika müssen vor der Einfuhr bei der Zulassungsstelle Tanzania Medicines & Medical Devices Authority (TMDA) registriert werden. Deutsche Zulieferer sollten vor allem private Non-Profit-Gesundheitseinrichtungen, die viel Wert auf Qualität und Beratung legen, als potenzielle Kunden berücksichtigen. Einer der größten Akteure ist derzeit das noch im Bau befindliche Aga Khan-Krankenhaus in Daressalam.

Link:
https://www.gtai.de/gtai-de/trade/branchen/branchenbericht/tansania/kooperationen-in-form-von-public-private-partnerships-bevorzugt-757030