Meldung
26.11.2021

USA: E-Health-Revolution verspricht gute Geschäfte für deutsche Zulieferer

Im US-Gesundheitswesen steigt der Bedarf an spezieller, moderner Medizintechnik. Auch die Nachfrage nach digitalen medizinischen Lösungen wächst rasant. Deutsche Hersteller haben prinzipiell sehr gute Geschäftschancen, sollten jedoch früh genug die Herausforderungen beim Marktzugang kennen.

US-amerikanische Flagge
© istockphoto.com/ Jason Lugo

Der Markt für medizinische Geräte in den USA erreichte im Jahr 2020 ein Volumen von knapp 156 Milliarden US-Dollar (umgerechnet ca. 138,7 Milliarden Euro). Die Coronapandemie hat zuletzt die Nachfrage nach moderner, spezieller Medizintechnik noch angeheizt. Im Zuge der fortschreitenden Alterung der Bevölkerung häufen sich außerdem akute und chronische Krankheiten. Besonders dynamisch entwickelt sich zurzeit der Bedarf an Geräten für bildgebende Diagnostik, an orthopädischen Geräten sowie In-vitro-Diagnostika. Außerdem besteht ein wachsendes Interesse an der Entwicklung und Herstellung von 3D-gedruckten medizinischen Erzeugnissen. Ausschlaggebend dafür ist unter anderem ein erleichterter Informationsaustausch über den Einsatz von 3D-Druckverfahren im Zusammenhang mit Medizinprodukten, den seit Juli 2021 die US-Aufsichtsbehörde Food & Drug Administration (FDA) allen beteiligten Interessengruppen ermöglicht.

Ein weiterer Markt, der in Zukunft viel Potenzial für Geschäfte verspricht, ist Digital Health: Laut einer Umfrage von US-Marktforschern will mehr als die Hälfte der US-Krankenhäuser ihre IT-Investitionen im Bereich digitaler Gesundheitslösungen beschleunigen. Einen besonders starken Zuwachs verzeichnet der Teilbereich Telemedizin, darunter digitale Therapeutika (DTx), Fernüberwachung und Software-as-a-Medical-Device (SaMD). Viele Seniorenheime und Krankenhäuser planen zudem, Patienten künftig mit sprachgesteuerten Geräten bei der Kommunikation mit medizinischem Personal zu unterstützen.

Trotz lukrativer Marktchancen müssen Zulieferer aus Deutschland, die Medizinprodukte in die USA importieren, sicherstellen, dass ihre Produkte den zum Teil strengen FDA-Standards entsprechen. Vor allem kleinere Medizintechnikanbieter sollten zudem den Einfluss der großen zentralen Einkaufsgruppen nicht unterschätzen, die von rund der Hälfte aller US-Krankenhäuser genutzt werden. Angesichts des steigenden Kostendrucks im US-Gesundheitswesen müssen Zulieferer grundsätzlich damit rechnen, dass Preisverhandlungen künftig noch schwieriger werden könnten.

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https://www.gtai.de/gtai-de/trade/branchen/branche-kompakt/usa/corona-befeuert-die-digitale-revolution-im-us-gesundheitswesen-560360