Meldung
28.09.2021

Neue Gesundheitsbehörde HERA: Europa wappnet sich für zukünftige Krisen

Die Europäische Kommission hat am 16. September 2021 den Startschuss für eine neue Gesundheitsbehörde zur Krisenvorsorge und -reaktion bei gesundheitlichen Notlagen (HERA) gegeben. Ziel ist es, Gefahren und potenzielle Notlagen im Gesundheitsbereich besser vorherzusehen und im Notfall die Entwicklung, Herstellung und Verteilung von Arzneimitteln und Impfstoffen sicherzustellen.

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In der Phase der Vorsorge vor möglichen Gesundheitskrisen wird die HERA eng mit anderen europäischen und nationalen Gesundheitsbehörden, der Industrie und internationalen Partnern zusammenarbeiten, um die EU besser auf Notlagen im Gesundheitsbereich vorzubereiten. Zu ihren präventiven Aufgaben zählen insbesondere Gefahrenanalysen und Vorhersagemodelle für potenzielle Gesundheitsgefahren in den kommenden Jahren. Gleichzeitig soll die neue Behörde auch die Forschung und Entwicklung im Hinblick auf die Entstehung neuer medizinischer Gegenmaßnahmen fördern, sich mit Herausforderungen des Marktes befassen und die industriellen Kapazitäten stärken.

Wird eine Notlage im Bereich der öffentlichen Gesundheit auf EU-Ebene ausgerufen, kann die HERA während einer zukünftigen Krise in den Notfallmodus umschalten und schnelle Sofortmaßnahmen ergreifen: Unter anderem wird die sogenannte EU-FAB-Fazilität aktiviert, ein Netz ständig einsatzbereiter Produktionskapazitäten für die Herstellung von Impfstoffen und Arzneimitteln. Die Reserven von zusätzlichen medizinischen Herstellungskapazitäten sollen so schneller verfügbar sein. „Die Behörde ist eine einzigartige Struktur für Gesundheitssicherheit, die es uns ermöglichen wird, einen Schritt voraus zu sein“, erklärt EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides zuversichtlich. „Nach fast zwei Jahren einer verheerenden Pandemie ist die HERA das Symbol für ein Umdenken in der Gesundheitspolitik, dem wir uns alle anschließen sollten: Nur wenn wir gemeinsam handeln, sind wir stark genug und in der Lage, die Gesundheitssicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger entscheidend zu verbessern.“

Für die Tätigkeiten der HERA werden insgesamt 30 Milliarden Euro bereitgestellt, die unter anderem aus dem derzeitigen Finanzrahmen für den Zeitraum 2022-2027, aus dem Europäischen Konjunkturpaket NextGenerationEU sowie anderen EU-Programmen wie REACT-EU und InvestEU stammen. Die neue Gesundheitsbehörde wird innerhalb der Europäischen Kommission eingerichtet und voraussichtlich Anfang 2022 ihre Arbeit in vollem Umfang aufnehmen.


Link:
https://ec.europa.eu/germany/news/20210916-neue-gesundheitsbehoerde-hera_de