Meldung
23.09.2021

Digitale Gesundheitswirtschaft boomt in Skandinavien

Die skandinavischen Staaten gehören nicht erst seit der Corona-Krise europaweit zu den Vorreitern im Bereich E-Health. Das Ziel von Norwegen, Schweden und Dänemark ist es, den Einsatz digitaler Gesundheitsanwendungen kontinuierlich auszubauen. Beschleunigt durch die Pandemie besteht ein großer Bedarf an E-Health-Anwendungen.

Deckblatt der Publikation "Gesundheitsmarkt Skandinavien"
© GTAI

Digitale Lösungen wie Telemedizin stehen hoch im Trend und werden von den Regierungen der skandinavischen Länder stark gefördert. In Norwegen hat die Corona-Pandemie zuletzt zu einem exponentiellen Anstieg der Nutzung digitaler Leistungen im Gesundheits- und Pflegesektor geführt. So verzehnfachte sich die Anzahl digitaler Arztkonsultationen im Laufe des Jahres 2020 auf knapp vier Millionen. Um den Datenaustausch zu vereinfachen, finanziert die Regierung die Entwicklung digitaler Kooperationstools mit 18 Millionen Euro. Insgesamt werden an die 50 E-Health-Projekte mit rund 150 Millionen Euro durch die öffentliche Hand unterstützt. Im Fokus steht unter anderem die Weiterentwicklung des E-Rezept-Systems sowie der einheitlichen Krankenakte „Akson“. Langfristig sollen E-Health-Technologien außerdem dazu beitragen, sämtliche Dienstleistungen der Krankenhäuser auf den allgemeinärztlichen Dienst zu verlagern.

Auch in Schweden ist die Akzeptanz für E-Health bei Patienten infolge der Pandemie noch einmal sprunghaft gestiegen. Immer mehr Konsultationen werden über digitale Plattformen wie Chats oder Videocalls abgewickelt. So hat sich beispielweise im „Akademiska“-Krankenhaus in Uppsala die Zahl digitaler Arztbesuche im Jahr 2020 mehr als verdreißigfacht. Die Regierung unterstützt ihre Strategie der „nahen Pflege“ mit einem Investitionspaket von über 660 Millionen Euro. Damit E-Health-Lösungen in Zukunft noch stärker genutzt werden, stellt sie für digitale Gesundheitsanwendungen 20 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung. Währenddessen plant Dänemark, seine Gesundheitsforschung mit einem verbesserten Zugang zu Medizindaten zu beschleunigen. Erste Pilotprojekte wurden bereits gestartet.

Deutsche Anbieter innovativer (digitaler) Gesundheitsprodukte und -dienstleistungen haben gute Chancen, auf dem skandinavischen Markt Fuß zu fassen. Darüber hinaus können deutsche Firmen bei Kooperationen mit ortsansässigen Forschungsnetzwerken punkten. Die Studie „Gesundheitsmarkt Skandinavien: Potenziale für digitale Anwendungen“ von Germany Trade & Invest (GTAI) im Auftrag der Exportinitiative Gesundheitswirtschaft gibt einen ausführlichen Überblick über die Geschäftschancen und Eintrittsstrategien für deutsche Hersteller digitaler Gesundheitslösungen in Skandinavien.

Links: https://www.gtai.de/gtai-de/trade/branchen/branchencheck/norwegen/zuversicht-kommt-langsam-zurueck-252892

https://www.gtai.de/gtai-de/trade/branchen/branchencheck/daenemark/erholung-kommt-schneller-als-gedacht-270984

https://www.gtai.de/gtai-de/trade/branchen/branchencheck/schweden/investitionen-erholen-sich-schneller-als-gedacht-251870