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09.09.2021

Kenias Gesundheitssystem fragt E-Health-Lösungen nach

Der Markt für Medizintechnik in Kenia ist einer der größten im mittleren und südlichen Afrika und bietet deutschen Unternehmen Liefermöglichkeiten, etwa bei zahlreichen Krankenhausneubauten. E-Health-Lösungen werden derzeit verstärkt nachgefragt. Auch die Herstellung von medizintechnischen Produkten in Kenia kann sich für deutsche Unternehmen lohnen.

Kenianische Flagge flattert im Wind
© fotolia.com/ben-design.com

In einem ausführlichen Bericht der Reihe „Branche kompakt“ hat GTAI-Korrespondent Carsten Ehlers die aktuelle Marktlage analysiert: Der Absatz für Medizintechnik in Kenia wird im Jahr 2021 um etwa sechs bis sieben Prozent steigen und damit stärker als die übrige kenianische Wirtschaft. Das Marktvolumen soll 2022 auf 142,4 Millionen Dollar (rund 120,4 Millionen Euro) anwachsen. Deutsche Anbieter kommen derzeit auf einen Marktanteil von etwa zehn Prozent und liegen hinter den preisgünstigeren Anbietern aus China auf dem zweiten Platz.

Politisch genießt der Ausbau des Gesundheitswesens unter Präsident Uhuru Kenyatta derzeit Priorität. Ende August besuchte der Präsident die Grundsteinlegung für den Bau des Kenya National Research and Referral Hospital (KNRRH) mit 700 Betten in Nairobi. Seit Jahren wird die schrittweise Einführung einer universellen medizinischen Grundversorgung für die ganze Bevölkerung angestrebt.
Bei allen Investitionen ins staatliche oder private Gesundheitssystem spielt die Nationalität der Geberländer eine Rolle, die Kenia das nötige Budget für Investitionen bereitstellen. Meist kommen bei der Vergabe Unternehmen aus den Geberländern zum Zuge. Private Käufer von Medizintechnik legen Wert auf Beratung, Qualität und Service. Der Staat ist dagegen beim Einkauf sehr preissensibel, sodass die Margen gering sind.

E-Health spielt eine zunehmende Rolle. Bei allen Krankenhäusern besteht Nachholbedarf bei der Erfassung und Transparenz von Patientenakten und auch die Krankenversicherungen benötigen intelligente Softwarelösungen für die Verwaltung ihrer Mitglieder sowie bei der Abrechnung von medizinischen Leistungen. Der Staat hat zudem Interesse an einer verbesserten Gesundheitsanalyse der gesamten Bevölkerung.

Bislang stellen deutsche Unternehmen kaum medizintechnische Produkte in Kenia selbst her. Dabei werden solche Investitionen vom kenianischen Staat willkommen geheißen, auch weil sie Arbeitsplätze schaffen. Die meisten deutschen Hersteller sind mehr an Liefergeschäften interessiert. Speziell bei Geschäften mit dem Staat bevorzugen ausländische Lieferanten auch aus Compliance-Gründen die Vertretung durch einen lokalen Agenten.

Die Zertifizierungsprozesse von Medizintechnik für den kenianischen Markt nehmen häufig viel Zeit in Anspruch. GTAI stellt ausführliche Informationen zum Wirtschafts- und Steuerrecht sowie zu Einfuhrregelungen, Zöllen und nichttarifären Handelshemmnissen zur Verfügung.

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