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02.09.2021

Frankreich: EU-Aufbauplan umfasst 2,5 Milliarden Euro für das Gesundheitssystem

Die Europäische Kommission hat im August 2021 die erste Rate der Finanzhilfen im Rahmen der Aufbau- und Resilienzfazilität in Höhe von 5,1 Milliarden Euro an Frankreich ausgezahlt. Dies entspricht 13 Prozent der bis 2026 zugesagten Fördermittel. 2,5 Milliarden Euro sind für die Modernisierung des Gesundheitssystems vorgesehen. Ein nationales Gesetz soll noch in diesem Jahr die Rahmenbedingungen für die Umsetzung schaffen.

Flagge Frankreich; Quelle: istockphoto.com / c8501089
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Die französische Regierung will noch im Jahr 2021 einen Gesetzentwurf zur Verbesserung des Gesundheitssystems beraten und verabschieden. Das neue Gesetz soll den Einrichtungen mehr Flexibilität in ihrer Organisation ermöglichen, die Krankenhausverwaltung neu organisieren und den Krankenhausdiensten eine größere Rolle bei der Entscheidungsfindung einräumen. Dies steht im mehr als 800 Seiten starken Aufbau- und Resilienzplan für Frankreich.

Er enthält auch eine Analyse der aktuellen Situation des Gesundheitswesens in Frankreich: In den letzten zehn Jahren seien die Investitionen in Krankenhäuser erheblich zurückgegangen, heißt es. Dies habe mitunter dazu geführt, dass die Krankenhäuser keinen Spielraum mehr besitzen, um nachhaltig zu investieren. Bemängelt wird auch die starke Trennung zwischen der Krankenhausversorgung und der ambulanten Versorgung. Dies habe zu zusätzlichen Kosten und Ineffektivität geführt. Das Gesundheitssystem sei auch mit einem Ärztemangel konfrontiert.

Folgende Maßnahmen sollen bis 2026 u. a. mithilfe der 2,5 Milliarden EU-Fördermittel aus dem Aufbau- und Resilienzplan umgesetzt werden: Die Modernisierung und Umstrukturierung des Gesundheitsangebots, ein umfangreicher Plan zur Förderung von Immobilieninvestitionen im französischen medizinisch-sozialen Sektor, eine Aufholjagd bei den technischen Normen für die digitale Gesundheit, eine Nationale Strategie zur Reform des Gesundheitssystems sowie eine Reform der Altenpflege.

In ihrer Beurteilung des französischen Plans hatte die EU-Kommission herausgestellt: „Der Plan umfasst Investitionen in die Modernisierung und Digitalisierung des Gesundheitssystems in Form von Maßnahmen wie der Einführung elektronischer Patientenakten, mit denen die Effizienz der Pflege und der Zugang zu dieser verbessert werden dürften, sowie die Renovierung von Pflegeheimen für ältere Menschen mit dem Ziel einer höheren Qualität der Pflege. Die Reformen des Gesundheitssystems zielen darauf ab, Tätigkeiten im Gesundheitsbereich attraktiver zu machen und die Organisation der lokalen Gesundheitsversorgung zu erleichtern.“

Links: https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/ip_21_4225, https://ec.europa.eu/info/business-economy-euro/recovery-coronavirus/recovery-and-resilience-facility/recovery-and-resilience-plan-france_de