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16.08.2021

EU4Health-Programm: Exekutivagentur kündigt Ausschreibungswellen an

Die Exekutivagentur für Gesundheit und Digitales (HaDEA) der EU hat am 9. August 2021 ihr Arbeitsprogramm für das laufende Jahr veröffentlicht. Darin beschreibt sie auch, wie sie das ambitionierte EU-Gesundheitsprogramm EU4Health umsetzen wird. Allein für das laufende Jahr stehen 312 Millionen Euro bereit. Zum Vergleich: Das gesamte dritte EU-Gesundheitsprogramm für die Jahre 2014-2020 war mit 443 Millionen Euro ausgestattet.

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Im Rahmen von EU4Health werden förderfähige Rechtspersonen aus den Mitgliedstaaten wie beispielsweise internationale Gesundheits- und Nichtregierungsorganisationen (NRO) oder der Privatsektor unterstützt. Die Mittel werden in Form von Zuschüssen, Aufträgen und Preisen direkt von der Kommission oder von der HaDEA bereitgestellt. Die Gesundheitswirtschaft in der EU dürfte bis 2027 in großem Umfang von den bereitgestellten Mitteln profitieren. Neben der Vorsorge für künftige Pandemien ist die Krebsforschung und -bekämpfung ein Querschnittsthema des Programms.

Die HaDEA plant, die potenziellen Fördermittelempfänger noch in diesem Jahr zweimal gebündelt zur Einreichung von Vorschlägen aufzufordern. In der ersten Welle sind unter anderem fünf offene Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen, fünf gemeinsame Maßnahmen, eine spezifische direkte Finanzhilfe und vier direkte Finanzhilfen für internationale Organisationen geplant. Für die zweite Welle sind dann weitere drei direkte Finanzhilfen für internationale Organisationen und 17 offene Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen vorgesehen. Insgesamt wird es 49 Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen geben.

Die Europäische Kommission unterstützt die Mitgliedsstaaten mit dem Programm EU4Health dabei, sich auf künftige Gesundheitskrisen vorzubereiten, um dann im Ernstfall rechtzeitig reagieren zu können. Medizinische Hilfsgüter sollen frühzeitig zur Verfügung stehen und sowohl erschwinglich als auch innovativ sein. Schließlich sollen alle Länder bei der Verbesserung der Gesundheitssysteme und der Bekämpfung übertragbarer und nicht übertragbarer Krankheiten zusammenarbeiten. EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides hatte das erste Arbeitsprogramm für EU4Health am 18. Juni der Öffentlichkeit vorgestellt: „Mit dem ersten EU4Health-Arbeitsprogramm beginnen wir, den Weg zu einer starken europäischen Gesundheitsunion zu ebnen. Wir werden die Lehren aus der Covid-19-Pandemie ziehen und in die Krisenvorsorge investieren.“

Links: https://ec.europa.eu/germany/news/20210618-eu4health_de