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29.06.2021

Kroatien: Die Coronakrise dämpft das Wachstum auf dem Medizintechnikmarkt

Die Corona-Pandemie ist auch für Kroatiens Gesundheitssystem ein Stresstest. Bislang hat das Land die Krise zwar überraschend gut gemeistert, doch in den kommenden Jahren wird der Medizintechnikmarkt schwächer wachsen als erwartet. Allerdings profitiert der Gesundheitssektor von Geldern der Europäischen Union (EU). Rund 333 Millionen Euro aus der Aufbau- und Resilienzfazilität (ARF) der EU sollen nach Kroatien fließen. Das Land will sich damit unter anderem auf künftige Gesundheitskrisen besser vorbereiten.

Flagge Kroatien; Quelle: fotolia/railwayfx
© Quelle: fotolia/railwayfx

Der Medizintechnikmarkt soll laut einer Prognose von Fitch Solutions aufgrund der Pandemie nur noch um 6,2 Prozent pro Jahr auf dann 487 Millionen US-Dollar im Jahr 2024 wachsen. Das ist deutlich weniger bisher vorhergesagt wurde. Zwar verfügt Kroatien über ein stabiles und funktionierendes Gesundheitssystem, doch nach dem Anteil am Bruttoinlandsprodukt oder auch nach den Ausgaben pro Kopf der Bevölkerung bemessen belegt das Land bei den Gesundheitsausgaben nur einen der hinteren Plätze in der EU. Das führt zu einer starken Unterfinanzierung der Gesundheitseinrichtungen, zu einer geringeren Effizienz und zu langen Wartezeiten auf notwendige Behandlungen. Bemerkenswert ist die hohe Verschuldung der Krankenhäuser gegenüber ihren Lieferanten. Der Schuldenberg erreichte Ende März 2021 knapp 860 Millionen Euro.

Der Gesundheitssektor wird allerdings kontinuierlich mit erforderlicher Medizintechnik und Verbrauchsmaterial ausgestattet, auch um neuen Pandemiewellen besser zu begegnen. So kamen Ende 2020 in den am höchsten belasteten Kliniken 70 neue Sauerstofftherapiegeräte zum Einsatz. Im Frühjahr 2020 waren aus Kohäsionsmitteln der EU 37 Millionen Euro für Beatmungsgeräte, Schutzausrüstungen und andere Medizintechnik bereitgestellt worden.

Bislang wird aber kaum Medizintechnik im Land hergestellt. Zwar wird der Aufbau eigener Produktionskapazitäten für den ausgewählten medizintechnischen Bedarf angestrebt, doch die Abhängigkeit von Importen bleibt hoch. Hier bieten sich Chancen für deutsche Exporteure von medizinischen Produkten.

Links: https://www.gtai.de/gtai-de/trade/branchen/branchenmeldung/kroatien/gesundheitswirtschaft-248904 https://www.gtai.de/gtai-de/trade/specials/branchenbericht/kroatien/kroatien-ist-auf-den-import-von-medizintechnik-angewiesen-236410