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18.05.2021

GTAI-Special Lieferketten: Wo finden Unternehmen neue Beschaffungsmärkte?

Durch Grenzkontrollen, Exportverbote und Lockdowns hat sich in der Corona-Krise gezeigt, wie fragil globale Lieferketten sind. Aus diesem Anlass – sowie auch angesichts von handelspolitischen Einflüssen – ist es für Unternehmen wichtig, ihr Supply Chain Management weiterzuentwickeln. Ein neues Special von Germany Trade & Invest (GTAI) unterstützt Unternehmen dabei, ihre Lieferkettenstrategie anzupassen.

Container am Hafen
© iStock/luoman

Die Corona-Pandemie hat der deutschen Wirtschaft zuletzt auf dramatische Weise vor Augen geführt, wie verletzlich Lieferketten in unserer vernetzten Welt sind: Eingeschränkte Transportkapazitäten, Grenzschließungen und Lieferengpässe haben Unternehmen in den vergangenen Monaten vor viele Herausforderungen gestellt. Deshalb ist es für sie höchste Zeit, ihre Lieferketten zu analysieren und für die Zukunft robuster zu gestalten. Denn auch über die Pandemie hinaus müssen sie sicherstellen, dass ihre Wertschöpfungsketten grundsätzlich krisenfest und stabil aufgestellt sind. Bereits jetzt investieren zahlreiche Firmen in ihr Supply Chain Management, digitalisieren ihre Lagerlogistik oder begeben sich auf die Suche nach zusätzlichen Lieferanten. In einem neuen Special beleuchtet Germany Trade & Invest (GTAI), welche Bedeutung Lieferketten für die deutsche Wirtschaft haben. Außerdem geben Experten einen Überblick zu den wichtigsten Beschaffungsmärkten in einzelnen Industrien. Kombiniert mit dem grundlegenden Informationsangebot zu Märkten und Handelsbeschränkungen der GTAI, bietet das Special Unternehmen eine Grundlage für ihre Beschaffungsaktivitäten und für die Suche nach Alternativen.

Den Anfang machen die Kfz- und Arzneimittelbranche. Ein aktueller Bericht zu den Beschaffungsmärkten der deutschen Pharmaindustrie zeigt, dass hier neben den USA vor allem europäische Länder wie die Niederlande und die Schweiz eine wichtige Rolle spielen. Bei aktiven Wirkstoffen, den active pharmaceutical igredients (API), hat Europa jedoch in den letzten 20 Jahren Anteile verloren. Sie kommen aufgrund von Preisdruck und schnelleren Bewilligungsprozessen am häufigsten aus Asien. Gerade Südkorea und Singapur haben sich zuletzt als wichtige Lieferländer etabliert. In Krisenzeiten kann der Abbruch einer Lieferkette dazu führen, dass die Herstellung eines kompletten Wirkstoffs ausfällt. Deutsche Apotheker beklagen seit Jahren den Anstieg von Lieferengpässen. Aus diesem Grund hat das Gesundheitsministerium angekündigt, wieder mehr Arzneimittel in Europa herstellen zu lassen. Da Deutschland und Europa jedoch vor allem als Herstellungsorte komplexer und damit auch teurer Pharmazeutika gelten, lohnt sich die Produktion generischer Wirkstoffe in Europa nach Meinung einiger Experten allerdings kaum noch.

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