Meldung
20.04.2021

Frankreich unterstützt Gesundheitssektor mit 19 Milliarden Euro

Frankreichs Regierung hat ein Hilfspaket geschnürt, mit dem öffentliche Krankenhäuser nicht nur ihre Schulden abbauen, sondern auch wieder mehr in die laufende Instandsetzung von Gebäuden und Geräten investieren können. Außerdem entstehen zurzeit viele neue Kliniken. Diese Entwicklung bietet gute Chancen für deutsche Exporteure aus der Gesundheitswirtschaft.

Flagge Frankreich; Quelle: istockphoto.com / c8501089
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Der Zustand der öffentlichen Krankenhäuser in Frankreich sieht sehr kritisch aus. Das zeigte sich vor allem während der Corona-Pandemie. In den letzten Jahren haben Sparauflagen und hohe Verschuldungen die Investitionsmöglichkeiten der Krankenhäuser stark eingeschränkt: 42 Prozent der öffentlichen Krankenhäuser gelten als überschuldet. Etwa 83 Prozent öffentlicher Kliniken wenden weniger als 3 Prozent ihrer Umsätze für laufende Investitionen auf, aber etwa 4 bis 5 Prozent für Zinszahlungen. Sie investieren auch eher in große Geräteanschaffungen als in die laufende Instandhaltung. Viele Gebäude und Geräte sind entsprechend stark überaltert.

Das im Juli 2020 vorgestellte Hilfspaket Segur de la Santé soll diesen Problemen Rechnung tragen. Am 9. März 2021 gab das Gesundheitsministerium nähere Details zu dem 19 Milliarden Euro hohen Investitionsprogramm bekannt: Der Staat übernimmt 6,5 Milliarden Euro Schulden der Krankenhäuser, um ihnen mehr Luft für laufende Investitionen zu verschaffen. Rechnet man die Schuldenübernahme dazu, die der Staat bereits 2019 zugesagt aber noch nicht umgesetzt hat, ergibt dies eine Schuldenübernahme von 13 Milliarden Euro.

Insgesamt 8 Milliarden Euro sollen die Krankenhäuser für ihre Investitionen in Gebäude und Geräte erhalten. 350 Millionen Euro will der französische Staat für Digitalisierungsvorhaben zur Stärkung der Cybersicherheit einsetzen. Außerdem werden zurzeit zahlreiche Krankenhäuser neu- oder ausgebaut. Dazu zählen etwa eine neue Universitätsklinik im Norden von Paris und ein neuer Masterplan für die Universitätsklinik Montpellier. Wenn Vorhaben unter 150 Millionen Euro liegen, entscheiden künftig die 17 regionalen Gesundheitsbehörden ARS (Agences régionales de santé) über den Einsatz der Gelder. Bei höheren Summen sind der internationale Investitionsrat CNIS und der Wissenschaftsrat zuständig.

Die GTAI stellt ausführliche Informationen zum Wirtschaftsumfeld in Frankreich zur Verfügung. Außerdem gibt es ein neues Fact Sheet zur Gesundheitswirtschaft in Frankreich.

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