Meldung
07.04.2021

Digitale Hilfsmittel und medizinische Apps im Kommen

Die Coronavirus-Pandemie hat dem Gesundheitswesen in vielen Ländern einen Digitalisierungsschub verpasst. So haben sich unter anderem Videosprechstunden zwischen Ärzten und Patienten weltweit etabliert. Großes Potenzial liegt außerdem in der Nutzung cloud-basierter, digital-gestützter Hilfsmittel. Während sie in Deutschland noch kaum zum Einsatz kommen, steigt die Nachfrage international an.

Handy und Uhr; Quelle: istock.com/alexey_boldin + PeopleImages
© istock.com/alexey_boldin + PeopleImages

Digital-gestützte Hilfsmittel können Daten mithilfe eines externen Adapters oder einer integrierten Lösung über Mobilfunknetzwerke direkt in eine Datencloud übertragen. Das ermöglicht Ärzten, medizinischem Fachpersonal, Hilfsmittelleistungserbringern und auch Patienten und Versicherten, die Daten mittels digitaler Applikationen oder entsprechender Therapie- und Gerätemanagementplattformen zu nutzen. Konkrete Beispiele aus der Praxis sind etwa online-fähige Insulinpumpen, Smartpens, rtCGM und Blutzuckermessgeräte. Immer mehr deutsche Start-Ups entwickeln darüber hinaus medizinische Apps, die bei Krankheiten von Diabetes bis Tinnitus eingesetzt werden können. Seit Oktober 2020 sind einige Gesundheits-Apps, die in einem offiziellen Verfahren geprüft wurden, sogar auf Rezept erhältlich. So ging beispielsweise der der Digitale Gesundheitspreis 2021 an ein Mental-Health-Projekt, das für Menschen mit psychischen Erkrankungen über Algorithmus-basierte Apps und Tele-Coachings die Möglichkeit der digitalen Nachsorge anbietet.

Trotz ihrer zahlreichen Vorteile ist die Nutzung web-fähiger Hilfsmittel und digitaler Gesundheitsanwendungen hierzulande noch gering. Der Branchenverband Spectaris hat aus diesem Grund mit einem Positionspapier an die Politik appelliert, Rahmenbedingungen für entsprechende Produkte zu schaffen. Deutlich fortschrittlicher sieht es auf globaler Ebene aus: Vor allem in den USA und China, aber auch in europäischen Ländern wie Polen, Italien oder Frankreich ist das Marktpotenzial für digital-gestützte Hilfsmittel bereits heute sehr groß. Den aktuellen Stand von Digital Health auf wichtigen Auslandsmärkten hat Germany Trade & Invest (GTAI) in einem ausführlichen Special beleuchtet.