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01.04.2021

Neuer Standard für Digitalisierung und Automatisierung im Labor

In der Labormedizin fehlt eine umfassende und robuste Lösung für die Vernetzung der Geräte untereinander sowie für deren Einbindung in existierende IT-Infrastrukturen. Diese Lücke soll nun durch den neuen „Laboratory and Analytical Device Standard“ (LADS) auf Basis von OPC UA geschlossen werden. An einem Kick-Off-Meeting für dieses Projekt im März 2021 nahmen fast 60 Fachleute aus Deutschland, Europa, USA, Indien und Japan teil.

Forscherin arbeitet im Labor
© istockphoto.com/ AlexRaths

Laut einer Studie von McKinsey können durch die Digitalisierung und Automatisierung in Qualitätslaboren bis zu 50 Prozent der Kosten eingespart werden. Die Lieferzeit von Laborergebnissen verkürzt sich um bis zu 70 Prozent. Darum ist die Entwicklung eines einheitlichen Standards für die Vernetzung von Geräten im Labor eine große Chance für die Medizintechnik. Er soll die verschiedenen Anwenderbranchen und ihre Geschäftsabläufe abbilden, nachhaltig anwendbar sein und auch künftigen Anforderungen der Digitalisierung und Automatisierung gerecht werden. In den „smarten“ Laboren der Zukunft wird es keine unterschiedlichen Schnittstellen und Datenformate mehr geben. Der neue Standard soll bis Ende 2023 zur Verfügung stehen.

Eine Arbeitsgruppe des deutschen Industrieverbands für Optik, Photonik, Analysen- und Medizintechnik (Spectaris) wird den Standard in den kommenden zwei Jahren erarbeiten. In der Arbeitsgruppe wirken zahlreiche Unternehmen der Analysen-, Bio- und Labortechnik ebenso mit wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) und die OPC-Foundation. Auch der japanische Verband JAIMA und das europäische Labornetzwerk EUROM II sind in dieses Projekt eingebunden.

Die OPC-Foundation ist eine internationale Organisation, die den plattformunabhängigen Standard OPC UA für den Datenaustausch entwickelt hat. Er hat sich in den vergangenen Jahren weltweit vor allem in der industriellen Automation und der Prozessindustrie durchgesetzt. Er ist praxiserprobt, wird laufend weiterentwickelt und lässt sich sehr gut auf neue Anwendungsfelder adaptieren. Da der Labormarkt sich mehr und mehr an der industriellen Automatisierung sowie ihren Lösungsansätzen orientiert, liegt es nahe, diesen Standard als Basis zu wählen. Er ermöglicht nicht nur die Vernetzung im Labor, sondern zugleich die Anbindung an die klassische industrielle Infrastruktur.

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