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01.03.2021

Digital Health im Vereinigten Königreich: Tipps für einen erfolgreichen Marktzugang

Der britische Digital Health-Markt ist für deutsche Anbieter wegen seiner Größe besonders interessant. Die komplexe Beschaffungsstruktur des öffentlichen Gesundheitsdienstes NHS erfordert von exportorientierten Unternehmen jedoch Geduld. Germany Trade & Invest (GTAI) veranstaltet am Dienstag, 16. März 2021, ein Webinar zu aktuellen Themen im Dienstleistungsrecht.

Flagge Großbritannien; Quelle: colourbox.de
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Das Vereinigte Königreich bietet den drittgrößten Medizintechnikmarkt Europas. Digitale Gesundheitslösungen sind zunehmend gefragt. Der größte Kunde für Digital Health ist der öffentliche Gesundheitsdienst National Health Service (NHS), dessen umfangreiches E-Health-System zuletzt durch die Corona-Krise eine noch größere Bedeutung bekommen hat. Experten gehen davon aus, dass die Akzeptanz der Bevölkerung für digitale Lösungen im Zuge der angestauten Terminlast nochmals zunehmen wird. Bis zum Geschäftsjahr 2023/2024 soll das Beschaffungsvolumen des NHS von derzeit rund 138 Milliarden Euro jährlich um rund fünf Prozent auf ca. 169 Milliarden Euro steigen.

Eine Hürde für viele ausländische Anbieter, die ihre Medizinprodukte in das Vereinigte Königreich exportieren: Der NHS ist nicht zentral organisiert, sondern dezentral über seine Landesorganisationen in England, Schottland, Wales und Nordirland. Auch innerhalb des größten Versorgers, NHS England, sind Struktur und Beschaffung sehr dezentral gestaltet, was die Marktbearbeitung deutlich erschwert. Zwar können sich Zulieferer digitaler Dienstleistungen und Produkte direkt bei NHS Digital registrieren. Die Beschaffung wird allerdings von den sogenannten NHS Trusts und den regionalen Clinical Commission Groups (CCGs) eigenständig organisiert.

Um den Marktbedarf und Beschaffungswege besser abschätzen zu können, wird ausländischen Unternehmen empfohlen, sich über die 15 regionalen Academic Health Science Networks (AHSN) zu vernetzen. Ein Fokus liegt auf der Digitalisierung und der Anwendung von künstlicher Intelligenz (KI) und maschinellem Lernen. Wer von öffentlichen Ausschreibungen für digitale Produkte profitieren möchte, kann sich zudem über das Health-Tech-Netzwerk South East Health Technologies Alliance (SEHTA) vernetzen, das regelmäßig Veranstaltungen anbietet sowie über Beschaffungswege und Zulassungsvoraussetzungen informiert.

In Post-Brexit-Zeiten sollten Zulieferer auch den Code of Conduct for data-driven health and care technology des Gesundheitsministeriums im Auge behalten, der zuletzt am 19. Januar 2021 aktualisiert wurde. Zudem führt Germany Trade & Invest am 16. März ein kostenfreies Webinar zu den neuen Regelungen im Dienstleistungshandel durch. Das kostenfreie Online-Seminar mit dem Titel „Post Brexit: Dienstleistungen erbringen und abrechnen“ erklärt die wichtigsten Änderungen und geht auf praxisnahe Szenarien ein. Eine Anmeldung ist erforderlich.

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