Meldung
15.02.2021

EU präsentiert umfassenden Aktionsplan zur Krebsbekämpfung

Anfang Februar hat die EU-Kommission  Europas Plan gegen den Krebs verabschiedet, der ein neue europaweite Strategie für Krebsprävention, -behandlung und -versorgung vorgibt. Der Plan fungiert als tragende Säule der europäischen Gesundheitsunion und soll dafür sorgen, dass jeder Europäer im Falle einer Krebserkrankung von modernster Technik profitiert.

Illustration "leukemie"; Source: fotolia/Sebastian Kaulitzki
© fotolia/Sebastian Kaulitzki

Die Zahl der Krebserkrankungen steigt weltweit: Allein in der Europäischen Union wurde im Jahr 2020 bei 2,7 Millionen Menschen Krebs diagnostiziert. 1,3 Millionen Patientinnen und Patienten sind im vergangenen Jahr an dieser Krankheit gestorben. Ohne entschlossenes Handeln dürfte die Zahl der Krebsfälle bis 2035 um 25 Prozent ansteigen, sodass Krebs zur häufigsten Todesursache in der EU wird.

Ziel von Europas Krebsplan ist es, neue Leitinitiativen und Fördermaßnahmen auf den Weg zu bringen, die von der Prävention über Diagnostik und Therapien bis hin zur Förderung der Lebensqualität von Krebskranken und -überlebenden den gesamten Krankheitspfad abdecken. Dafür sind insgesamt vier Milliarden Euro aus den Programmen EU4Health, Horizont Europa und Digitales Europa vorgesehen. Unter anderem wird zur Unterstützung von neuen Technologien, Forschung und Innovation ein neues Wissenszentrum für Krebs gegründet, das auf EU-Ebene zur Koordinierung wissenschaftlicher und technischer Initiativen gegen Krebs beitragen soll.

Eine erste wichtige Maßnahme von Europas Plan gegen den Krebs ist der  Aktionsplan SAMIRA (Strategic Agenda for Medical Ionising Radiation Applications). Er soll sicherstellen, dass hochwertige medizinische Nuklear- und Strahlentechnologien weiterhin der Gesundheit der EU-Bürgerinnen und -Bürger zugutekommen und zur Bekämpfung von Krebs und anderen Krankheiten beitragen. Deshalb sollen Strahlenqualität und -sicherheit verbessert sowie Innovationen und technologische Entwicklungen von medizinischen Anwendungen ionisierender Strahlung gefördert werden. Unter anderem wird eine Europäische Initiative zur Gründung eines Exzellenzzentrums für Radioisotope (ERVI) ins Leben gerufen, um die Entwicklung und Einführung neuer Radioisotope und Produktionsverfahren zu beschleunigen. Als weiterer Baustein von Europas Plan gegen den Krebs soll demnächst außerdem eine europäische Initiative über bildgebende Verfahren in der Krebsmedizin auf den Weg gebracht werden, die die Entwicklung neuer computergestützter Instrumente zur Verbesserung von personalisierter Medizin und innovativen Lösungen fördern soll.

Von den Fördermaßnahmen des europäischen Krebsplans dürften in Zukunft auch deutsche Medizintechnik-Unternehmen profitieren, insbesondere bei der Forschung und Entwicklung von medizinischen Anwendungen ionisierender Strahlung sowie bildgebenden nukleargestützten Verfahren in der Krebsdiagnostik.

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