Meldung
08.02.2021

Deutsche Medizintechnik in Vietnam gefragt

Der vietnamesische Markt für Medizintechnik wird auch in den kommenden Jahren in hohem Tempo wachsen. Deutsche Unternehmen profitieren vom ausgezeichneten Ruf ihrer Produkte. Der Marktzugang ist zwar mit Aufwand verbunden, zahlt sich für engagierte Anbieter aber letztendlich aus.

Flagge Vietnam; Quelle:fotolia/Yevgen Belich
© Quelle: fotolia/Yevgen Belich

Marktforscher prognostizieren bis 2024 ein durchschnittliches Marktwachstum von 10,8 Prozent pro Jahr: Die Umsätze mit Medizintechnik sollen in den kommenden drei Jahren von 1,7 Milliarden auf 2,4 Milliarden US-Dollar steigen.

Eine wachsende alternde Bevölkerung sowie eine Zunahme chronischer Krankheiten treiben die Nachfrage an. Um den steigenden Bedarf abdecken zu können ist Vietnam auf ausländische Importe angewiesen. 2018 führte das Land knapp 90 Prozent seines Gesamtbedarfs an medizintechnischen Produkten ein. Deutschland ist hinter den USA und vor Japan und China zweitwichtigster Lieferant. Nachdem die Importe medizinischer Standardprodukte im Jahr 2020 aufgrund der Corona-Pandemie in Bedeutung und Umfang sanken, rechnen Branchenunternehmen 2021 wieder mit einer steigenden Nachfrage sowohl öffentlicher als auch privater Abnehmer.

Zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung werden momentan zahlreiche Krankenhäuser, Kliniken und Gesundheitszentren neu gebaut, ausgebaut oder modernisiert. So ist unter anderem eine internationale Krankenhauskette mit mehreren Niederlassungen in den südlichen Provinzen in und rund um Ho-Chi-Minh-Stadt vorgesehen. Die geplante Investitionshöhe liegt bei 260 Millionen US-Dollar. Daneben entwickeln sich auch Privatkrankenhäuser zu einer wichtigen Kundengruppe. Deutsche Zulieferungen sind insbesondere in Form von hochwertigen, komplexen Technologien gefragt. Dazu zählen neben Apparaturen für bildgebende Verfahren und Orthopädietechnik zunehmend auch digitale Gesundheitslösungen wie elektronische Krankenakten und Krankenhausmanagementsysteme, aber auch telemedizinische Systeme zur Fernüberwachung von Patienten.

Damit Medizintechnikprodukte in Vietnam eingeführt und verkauft werden dürfen, benötigen sie eine Registrierung. Das am 1. August 2020 in Kraft getretene EU-Vietnam Freihandelsabkommen ermöglicht europäischen Unternehmen, sich auch ohne Niederlassung in Vietnam an öffentlichen Ausschreibungen staatlicher Krankenhäuser zu beteiligen. Wenn sie den Vertrieb aus dem Ausland heraus organisieren, benötigen sie jedoch einen Vertriebspartner vor Ort. Für erfolgreiche Geschäfte empfehlen Experten zudem eine intensive vorbereitende Kontaktpflege, umfassende Produktpräsentationen und ggf. After-Sales-Services. Ein Vorteil kann es sein, die Lieferung des erforderlichen Verbrauchsmaterials, Serviceleistungen und Wartung bereits in den Verkaufspreis einzukalkulieren.

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