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01.02.2021

Regierungswechsel in den USA weckt Hoffnungen bei deutschen Unternehmen

Der US-Gesundheitsmarkt ist der größte weltweit und ein wichtiger Exportmarkt für deutsche Unternehmen. Mit dem Präsidentenwechsel wächst bei deutschen Unternehmen nicht nur die Hoffnung auf eine verlässlichere Wirtschafts- und Handelspolitik sowie eine Wiederbelebung der transatlantischen Beziehungen. Das geplante System einer „Bidencare“ hat außerdem das Potenzial, das Gesundheitswesen nachhaltig zu verändern.

Flagge USA und Deutschland; Quelle: iStockphoto.com/Retrovizor
© iStockphoto.com/Retrovizor

Am 20. Januar wurde Joe Biden als neuer Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika vereidigt. Spätestens seitdem hoffen auch deutsche Unternehmen auf stabilere Zukunftsaussichten in der transatlantischen Zusammenarbeit. Doch der Erwartungsdruck an die neue Regierung ist hoch: Um nicht von Anfang an als gescheitert zu gelten, sind vor allem schnelle politische Erfolge gefragt. Aber gerade in der Wirtschafts- und Handelspolitik braucht ein Kurswechsel Zeit. Experten sind sich außerdem darüber einig, dass der Protektionismus in der US-Handelspolitik nur dann rasch abgebaut werden kann, wenn sich Europa und Deutschland hilfs- und kompromissbereit zeigen.

Was das Gesundheitswesen betrifft, dürfte es mit der knappen Mehrheit in beiden US-Kongresskammern in Zukunft leichter werden, den "Patient Protection and Affordable Care Act" ("Obamacare") zu "Bidencare" auszubauen. Den Plänen von Biden zufolge sollen in Zukunft vor allem Menschen mit geringerem Einkommen die Möglichkeit haben, zwischen privater Versicherung und dem staatlichen Fürsorgeprogramm "Medicaid", zu wählen. Dies führt nicht nur zu einem erhöhten Wettbewerb sowie sinkenden Prämien, sondern könnte außerdem viele US-Bürger dazu bewegen, mehr Gesundheitsvorsorgeuntersuchungen durchführen zu lassen. Dadurch steigen auch die Marktchancen für deutsche exportorientierte Unternehmen. Langfristig könnten von der Reform viele Akteure der internationalen Gesundheitsbranche profitieren.

Der Marktzugang für medizinische Produkte wird auch in Zukunft nicht einfach sein. Grund dafür sind strukturelle Probleme, die sich zuletzt durch die Corona-Pandemie und die Trump-Politik weiter verstärkt haben. Eine zusätzliche Hürde ist das strikte Zulassungsverfahren der zuständigen Behörde FDA. Solange Barrieren unter Joe Biden jedoch beständig und kalkulierbar bleiben, können deutsche Firmen damit umgehen. Experten empfehlen kleinen und mittleren Unternehmen, mit US-Forschungseinrichtungen und US-amerikanischen Firmen zu kooperieren, um voneinander zu lernen.

Weiteren Input zu den Auswirkungen der US-Wahl auf die Handels- und Gesundheitspolitik liefert ein aktuelles  Special von Germany Trade & Invest sowie die Aufzeichnung eines Webinars der Exportinitiative Gesundheitswirtschaft.

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