Meldung
14.01.2021

Gute Aussichten auf dem britischen Medizintechnikmarkt

Hohe Investitionen in das unterfinanzierte Gesundheitssystem lassen den britischen Medizintechnikmarkt in den nächsten Jahren wachsen. Die neue Zollgrenze erschwert ausländischen Herstellern jedoch den Marktzugang. Deutsche Anbieter haben nach wie vor gute Geschäftschancen, wenn sie dazu in der Lage sind, sich an die neuen Bedingungen anzupassen.

Flagge Großbritannien; Quelle: colourbox.de
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Der britische Medizintechnikmarkt wächst als drittgrößter Absatzmarkt Europas auch nach dem Brexit weiter. Branchenanalysten schätzen das Marktvolumen für 2020 auf umgerechnet rund 11,2 Milliarden Euro. Unter anderem profitiert der nationale Gesundheitsdienst (National Health Service, NHS) in den kommenden Jahren von einem enormen Investitionsschub in öffentliche Krankenhäuser: Die Regierung hat angekündigt, bis 2030 mehr als 40 Kliniken neu zu bauen, zu erweitern oder zu modernisieren. Daneben soll auch das boomende E-Health-System weiter ausgebaut werden.

Aufgrund von erheblichen Defiziten in der Diagnostik ist nach Angaben des NHS in den kommenden fünf Jahren außerdem eine Verdopplung der CT-Kapazitäten erforderlich, um die Früherkennung von Krebs, Herz- und Lungenkrankheiten zu verbessern

Rund Dreiviertel des britischen Medizintechnikbedarfs werden durch Importe gedeckt. Mehr als ein Drittel stammten dabei zuletzt allein aus den zwei wichtigsten Lieferländern Niederlande (22,6 Prozent) und Deutschland (14,8 Prozent). Aufgrund der entstehenden Zollgrenze müssen sich deutsche Exporteure jedoch ab diesem Jahr auf erschwerte logistische Bedingungen und eine teurere Bürokratie einstellen. Das gilt auch für den Fall, sollte es zu einem europäisch-britischen Freihandelsabkommen kommen. Um ausländischen Anbietern über diese Hürden hinwegzuhelfen, sind in Zukunft ein stabiles Regulierungssystem für Medizinprodukte und sichere Lieferketten entscheidend. Einen bedeutenden Wettbewerbsvorteil haben Anbieter, die bereits klinische Tests mit dem NHS durchgeführt haben.

Medizintechnikhersteller, die ihre Produkte im Vereinigten Königreich vertreiben möchten, müssen ab sofort außerdem neue Regeln bei der Zulassung und Kennzeichnung beachten. Umfangreiche Informationen finden interessierte Unternehmen in einem aktuellen Zollbericht von Germany Trade & Invest (GTAI).

Weiterführende Informationen

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