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07.01.2021

Indonesiens Import von Medizintechnik auf Rekordhoch

Gegen den Trend sinkender Gesamteinfuhren legen Indonesiens Importe von medizintechnischen Geräten stark zu. Lieferungen aus Deutschland steigen um ein Viertel. Angetrieben wird die Branche insbesondere durch die Zunahme privater Gesundheitseinrichtungen und -dienstleistungen.

Flagge Indonesiens
© istockphoto.com/ Robert Churchill

Indonesien hat in den ersten acht Monaten 2020 Medizintechnik im Wert von knapp 630 Millionen US-Dollar (umgerechnet ca. 526 Millionen Euro) importiert. Das entspricht einem Wachstum von mehr als 12 Prozent gegenüber demselben Vorjahreszeitraum. Deutschland ist hinter China zweitgrößter Branchenlieferant und exportierte zwischen Januar und September 2020 medizintechnische Geräte im Wert von 88,2 Millionen US-Dollar (ca. 73,7 Millionen Euro) in das Land, so das Statistische Bundesamt. Das kommt einer Steigerung von 24,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gleich.

Neben – im Zuge der Corona-Pandemie – gestiegenen Lieferungen von Geräten für die Ozon-, Sauerstoff- oder Aerosoltherapie sowie Beatmungsapparaten entfielen die Steigerungen überwiegend auf Überwachungsapparate und -geräte und Anästhesieapparate. Da außer Krankenhausmöbeln, einfachen Verbrauchsgütern sowie kleineren elektronischen Geräten kaum Branchengüter im Land selbst hergestellt werden, muss komplexere Medizintechnik nahezu vollständig aus dem Ausland eingeführt werden.

Zu den wichtigsten Treibern des Gesundheitssystems zählt einerseits die allgemeine Krankenversicherung Indonesiens, andererseits der zunehmende Boom privater Kliniken. So eröffnet auf dem riesigen Archipel durchschnittlich jede Woche ein neues Krankenhaus, häufig handelt es sich dabei um private Einrichtungen. Nach der offiziellen Gesundheitsstatistik gab es in Indonesien 2019 rund 2.900 Krankenhäuser – gegenüber 2009 nahezu eine Verdopplung. Etwa 2.500 Einrichtungen sind staatlich akkreditiert, während nahezu zwei Drittel der Krankenhäuser in privater Hand sind. Grund dafür ist, dass nach 20 Jahren hoher Wirtschaftswachstumsraten immer mehr Indonesier private Gesundheitsleistungen aus der eigenen Tasche bezahlen können. Experten gehen deshalb davon aus, dass der Bedarf an hochwertiger Medizintechnik „made in Germany“ in den kommenden Jahren noch weiterwächst.

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