Meldung
25.08.2020

Covid-19: Spanien benötigt mehr Schutzausrüstung für medizinisches Personal

In Spanien gibt es auch erhebliches Potenzial für eine systematischere Datenanalyse und -nutzung sowie den Einsatz von Telemedizin. Dies zeigt sich besonders während der Coronakrise, in der viel medizinisches Personal aufgrund fehlender Schutzausrüstung erkrankt ist. Die Regierungskoalition interessiert sich vor allem für innovative Lösungen.

Flagge Spanien; Quelle: fotolia.com/BMDstudio
© fotolia.com/BMDstudio

Grundsätzlich verfügt Spanien über ein gut aufgestelltes Gesundheitssystem: Der öffentliche Sektor steht für 74 Milliarden Euro Gesundheitsausgaben pro Jahr, der private für weitere 31 Milliarden Euro. Das spanische Gesundheitssystem besteht jedoch aus einem vielschichtigen Geflecht aus öffentlichen und privaten Akteuren. Den Rahmen setzt das Gesundheitsministerium der Zentralregierung in Madrid, indem sie den Regionen Steuermittel zur Finanzierung ihrer lokalen Systeme überweist. Die 17 Autonomen Regionen dürfen jedoch auch eigene Steuern für ihr Gesundheitswesen erheben.

Im Juli 2020 beschloss die Zentralregierung in Madrid einen Sonderfonds in Höhe von 16 Milliarden Euro, um den Autonomen Regionen bei der Finanzierung der Pandemiekosten unter die Arme zu greifen. Die höchsten Anteile werden Madrid, Katalonien und Andalusien erhalten.

In der Coronakrise zeigte sich, dass Schutzausrüstung für die Beschäftigten im Gesundheitswesen und der Altenpflege zeitweise sehr knapp war. Mit rund 51.000 Infektionen bei medizinischem Personal war die Lage in Spanien wesentlich schlimmer als etwa in Italien oder den USA. Besonders kritisch war, dass erkranktes medizinisches Personal fehlte, als sich Covid-19 sprunghaft ausbreitete.

Die seit Anfang 2020 amtierende Zentralregierung hat sich in ihrem Koalitionsvertrag auf eine Modernisierung der Medizintechnik geeinigt, etwa bei technischer Ausrüstung und Digitalisierung. Sie interessiert sich besonders für innovative Lösungen, die bereits erfolgreich erprobt wurden. Spanien hat erhebliche Bedarfe für eine systematischere Datenanalyse und -nutzung sowie telemedizinische Anwendungen. Dies können sich deutsche Exporteure zunutze machen, da die Sensibilität für dieses Thema aufgrund der massenhaften Infektionen von medizinischem Personal derzeit besonders hoch ist.

Weiterführende Informationen

Weiterführende Informationen