Meldung
18.08.2020

Südkorea: Nachfrage nach moderner Medizintechnik steigt

Im Bereich E-Health setzt sich die südkoreanische Regierung ehrgeizige Ziele. Im Fokus stehen der Bau von smarten Krankenhäusern und der Einsatz künstlicher Intelligenz. Der Bedarf an ausländischer Medizintechnik ist hoch. Vor allem die Qualität deutscher Medizintechnik wird sehr geschätzt. Ein schnellerer Marktzugang im Medizintechniksektor wird möglich.

FlaggeSüdkoreas
© fotolia.com/ Rawf8

In den kommenden Jahren wirkt sich in Südkorea vor allem die schnell alternde Bevölkerung in Kombination mit hohem Wohlstand positiv auf die Nachfrage nach Medizintechnik aus. Dazu kommt, dass die Regierung den Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenkasse in diesem Jahr erhöht, zum Beispiel bei Diabetes, Ultraschalluntersuchungen und seltenen Krankheiten. Vor allem im Großraum Seoul entstehen neue Krankenhäuser oder bestehende werden erweitert.

In einem Pilotprojekt will die südkoreanische Regierung bis 2022 den Bau von neun smarten Krankenhäusern vorantreiben, die mit 5G-Netzen und Internet-der-Dinge-Technologie ausgestattet sind. Bis 2025 sollen 18 davon entstehen. Außerdem soll es bis 2022 möglich sein, acht Krankheiten mit künstlicher Intelligenz zu diagnostizieren. 2025 sollen es bereits 20 sein. Die Regierung plant auch Gesundheits-Apps im Bereich der Pflege sowie tragbare Geräte bei Patienten mit leichten chronischen Krankheiten einzusetzen. Zudem sollen bis 2021 sollen Pflegeroboter entwickelt werden.

Der Markt für Medizintechnik in Südkorea nahm 2019 um 8 Prozent auf 6,7 Milliarden US-Dollar zu. Der ostasiatische Staat importierte 62 Prozent des Medizintechnik-Bedarfs. Bei hochwertigen Instrumenten der höchsten Risikoklasse liegt die Importquote bei fast 90 Prozent. Deutschland ist mit 710 Millionen US-Dollar nach den USA der zweitwichtigste Lieferant. Die Importe aus Deutschland lagen mit einem Plus von 9 Prozent etwas höher als die gesamten Importe (+7 Prozent). Aus Deutschland bezog Südkorea 2019 vor allem Röntgenapparate (für 99,4 Millionen US-Dollar) und Röntgenröhren (23 Millionen). Die Qualität deutscher Medizintechnik genießt in Südkorea nach Einschätzung von Unternehmensvertretern einen sehr guten Ruf.

Die regulatorischen Rahmenbedingungen im Medizintechniksektor sollen weiter vereinfacht werden, um die Dauer bis zur Marktzulassung der Produkte signifikant zu verkürzen. Für diagnostische Geräte gilt seit Juli 2019 z. B. ein vereinfachtes Verfahren, das die Zulassungsdauer auf 80 Tage verkürzen soll.

Die GTAI stellt ausführliche Informationen zum Wirtschafts- und Steuerrecht sowie zu Einfuhrregelungen, Zöllen und nichttarifären Handelshemmnissen zur Verfügung.

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