Meldung
30.07.2020

Covid-19 in Marokko: Gesundheitsbranche bleibt Wachstumsmarkt

Nach drastischen Corona-Maßnahmen geht es für die marokkanische Wirtschaft langsam wieder aufwärts. Durch seine Nähe zur EU ist das Königreich ein attraktiver Markt für deutsche Anbieter. Beim Ausbau der medizinischen Infrastruktur ist die Nachfrage nach modernen Technologien groß.

Flagge von Marokko
© fotolia.com/ railwayfx

Die marokkanische Regierung hat zur Eindämmung der Corona-Krise konsequent und zügig Maßnahmen ergriffen. Auch wenn frühestens zu Jahresbeginn 2021 mit einer wirtschaftlichen Erholung zu rechnen ist, zeigen sich Experten optimistisch: Mit einem realen BIP-Wachstum von 4,2 Prozent werde sich die Konjunktur im Verlauf des nächsten Jahres verhältnismäßig positiv entwickeln. Durch verschiedene Freihandelsabkommen ist Marokkos Wirtschaft stark im internationalen Handel und insbesondere mit Europa vernetzt. Sowohl der Warenverkehr als auch die Zahlungsvorgänge und die Zollabwicklung laufen auch seit Beginn der Krise ohne gravierende Einschränkungen ab.

Der marokkanische Gesundheitssektor bewegt sich trotz erzielter Fortschritte in den letzten Jahren in vielen Bereichen am Limit. Besonders in den ländlichen Regionen ist die medizinische Versorgungslage stark eingeschränkt. Nun hat die Corona-Krise den Druck weiter erhöht, Investitionen in den Sektor zu tätigen. Mithilfe von Finanzmitteln der Regierung in Höhe von umgerechnet etwa 180 Millionen Euro sollen zunächst die Krankenhauskapazitäten erweitert und die Möglichkeiten für Diagnostik verbessert werden. Zwischen privatem und öffentlichem Sektor kommt es verstärkt zu Kooperationen. So wollen in Zukunft etliche private Kliniken zur Entlastung der staatlichen Krankenhäuser beitragen, indem sie ihnen einen Teil ihrer Kapazitäten zur Verfügung stellen.

Moderne Technologien „made in Germany“ sind im Königreich grundsätzlich sehr gefragt. Geschäftschancen für Medizintechnikhersteller und sonstige kleine und mittlere Unternehmen (KMU) der Gesundheitsbranche ergeben sich in der aktuellen Lage insbesondere bei der Ausstattung mobiler Krankenstationen, aber auch im Rahmen der allgemeinen Verbesserung der medizinischen Infrastruktur. Beim Markteintritt und beim Ausbau ihrer Geschäftsaktivitäten unterstützen die Exportinitiative Gesundheitswirtschaft sowie das Pilotprojekt „Gesundheitswirtschaft Marokko“ des Wirtschaftsnetzwerkes Afrika.

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