Meldung
28.07.2020

Covid-19 in Kenia: Privater Gesundheitssektor expandiert

In Kenia werden die wirtschaftlichen Aktivitäten trotz gegenwärtiger Krise wieder hochgefahren. Marktkenner erwarten auch weiterhin einen wachsenden Medizinsektor. Geschäftsmöglichkeiten für deutsche Zulieferer bietet vor allem der private Bereich.

Kenianische Flagge flattert im Wind
© fotolia.com/ben-design.com

Obwohl Kenias wirtschaftliche Entwicklung massiv unter der Pandemie leidet, konnten durch einen vergleichsweise moderaten Lockdown Teile der Wirtschaft aktiv bleiben. Wie schwer die Beeinträchtigungen insgesamt sein werden, ist bislang noch ungewiss. Deutsche Unternehmen sowie die Delegation der Deutschen Wirtschaft für Ostafrika (AHK) sehen jedoch weiter das Potenzial des Marktes: Auch wenn der Handel mit importierten Gütern in Zeiten von Covid-19 deutlich gesunken ist, schätzen sie die langfristigen Perspektiven weiterhin optimistisch ein.

Experten gehen davon aus, dass dem staatlichen Medizinsektor spätestens nach der Corona-Pandemie eine spürbar höhere Bedeutung zukommt. So dürfte das stark unterfinanzierte Gesundheitswesen von zusätzlichem Kapital, insbesondere durch internationale Geber und private Investoren, profitieren. Die Geberorganisationen, darunter US-Aid, die Weltbank, African Development Bank (AfDB) sowie die EU, streben vor allem Verbesserungen in der medizinischen Grundversorgung an, während private Geber zunehmend in verbesserte Laboreinrichtungen investieren.

Für deutsche Zulieferer ist vor allem der wachsende Privatsektor lukrativ. Wichtige Player sind neben den privaten Referenzkliniken Nairobis auch christliche Krankenhäuser wie das Coptic Hospital oder das Catholic Hospital. Bei der Geschäftsanbahnung sind Qualität, direkte Kundenbetreuung und ein stimmiges Gesamtangebot entscheidend. Die meisten öffentlichen Ausschreibungen werden von der Kenya Medical Supplies Agency (KEMSA) veröffentlicht, die als zentrale Beschaffungsstelle für den staatlichen Gesundheitssektor gilt. Aufgrund von Zahlungsverzögerungen seitens der Behörden halten sich Medizintechnik-Lieferanten derzeit noch bei Ausschreibungen zurück. Auf lange Sicht ist jedoch davon auszugehen, dass auch sie von dem deutlich gestiegenen Kapital für Investitionen und medizinische Beschaffungen profitieren werden. Medizintechnik aus Deutschland ist im staatlichen Sektor vor allem dann gefragt, wenn es sich dabei um spezielle Technologien handelt.

Aufgrund der zunehmenden Marktgröße und Konkurrenz gewinnen lokale Präsenzen an Bedeutung. Viele Medizintechniklieferanten und Pharmaproduzenten sind bereits in Nairobi, dem regionalen Hub für Zulieferer, mit eigenen Büros oder über Handelsvertreter aktiv. Ein Vorteil: Von Nairobi aus können sie nicht nur den kenianischen Markt, sondern auch die Nachbarländer Uganda, Tansania, Ruanda und Äthiopien bedienen.

Unternehmen, die in Afrika aktiv werden wollen, unterstützt die Bundesregierung seit 2019 mit dem Wirtschaftsnetzwerk Afrika. Die Geschäftsstelle führt aktuell diverse Pilotprojekte in afrikanischen Märkten durch. Daneben erhalten Unternehmen individuelle Unterstützung durch eine spezielle Ansprechperson, den Afrikapartner. Außerdem können im Rahmen von konkreten Projekten bis zu 40 Stunden kostenlose Beratungsleistung in Anspruch genommen werden. Nähere Informationen zu dem Unterstützungsangebot finden Sie unter www.wirtschaftsnetzwerk-afrika.de.

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