Meldung
23.07.2020

Digital Health China: Lukrativer Markt für deutsche Start-ups

Seit Jahren treibt die Volkrepublik wie kaum ein anderes Land die Digitalisierung im Gesundheitssektor voran. Die Akzeptanz bei Regierung und Bevölkerung schafft auch immer bessere Marktchancen für ausländische E-Health-Anbieter. Die Exportinitiative Gesundheitswirtschaft unterstützt deutsche Firmen beim Markteintritt.

Chinesische Flagge
© istockphoto.com/ Alexander Gatsenko

Um Ressourcen besser zu nutzen und die landesweite Gesundheitsversorgung zu verbessern, setzt China unter anderem auf den Ausbau der IT-Infrastruktur, digitale Hilfsmittel, Onlineplattformen für E-Health sowie den Einsatz von Big Data und künstlicher Intelligenz (KI). Marktforscher schätzen das Gesamtvolumen des Online-Gesundheitsmarkts derzeit auf mehr als drei Milliarden Euro. Zuletzt hat vor allem die Covid-19-Pandemie der Branche einen weiteren kräftigen Schub gegeben. So erließ die nationale Gesundheitskommission bereits im Februar mehrere Mitteilungen zur Stärkung der IT-Infrastruktur, zum vermehrten Einsatz digitaler Dienste sowie zur Standardisierung medizinischer Online-Beratungsangebote. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass etwa die Hälfte der Gesundheitsversorgung in der Hochphase der Covid-19-Krise bereits online stattgefunden hat.

Im Zentrum der Digitalisierungsstrategie stehen aktuell zahlreiche Pilotprojekte. Zum Aktionsplan zur Entwicklung der Online-Wirtschaft (2020 bis 2022) gehören unter anderem Big Data und KI-gestützte Diagnoseverfahren – etwa zur Fernauswertung von Computertomographie und MRT-Bildern –, Online-Zahlungen für medizinische Einrichtungen und Telemedizin. Daneben sind Health Apps und Fitness-Wearables landesweit immer stärker gefragt. Besonders beliebt sind sogenannte „Care Management Solutions“ wie smarte Armbänder oder Armbanduhren, die Gesundheitsdaten des Trägers erheben, auswerten und ihm daraufhin persönliche Empfehlungen geben. In ärmeren Provinzen liegt der Fokus auf Projekten zur besseren ländlichen Gesundheitsversorgung mithilfe elektronischer Patientenakten und online-gestützter Ferndiagnoseverfahren.

Für ausländische Anbieter, insbesondere für deutsche Healthtech-Start-ups, ist das Reich der Mitte ein chancenreicher Markt. Vor allem für Chinas Internetriesen können internationale Medizintechnik- und Pharmahersteller interessante Partner sein. Aufgrund umfangreicher Anforderungen zur Zertifizierung und Genehmigung sowie strikter Datenschutzregelungen kann sich der Marktzutritt jedoch mitunter schwierig gestalten. Daher unterstützt die Exportinitiative Gesundheitswirtschaft deutsche Healthtech-Unternehmen gezielt dabei, Hürden beim Marktzugang zu überwinden. Ein Beispiel sind die beiden Newsletter „MedtechUpdate China“ und „PharmaUpdate China“. Sie informieren regelmäßig über Neuerungen im Bereich Zulassung und Zertifizierung von Medikamenten und medizintechnischen Geräten.

Weiterführende Informationen

Weiterführende Informationen

  • Digital Health in China

    Um sein Gesundheitswesen zu modernisieren, setzt China seit Jahren gezielt auf Digital Health. Staat und Privatwirtschaft kooperieren. Die Akzeptanz in der Bevölkerung ist groß.