Meldung
16.07.2020

Telemedizin in den USA vor dem finalen Durchbruch

Während sich der US-Medizinproduktemarkt erst 2022 wieder endgültig erholen dürfte, sind telemedizinische Anwendungen in den USA beliebt wie nie zuvor. Alle Zeichen stehen auf Wandel. Deutsche Branchenunternehmen, die noch nicht auf dem Markt aktiv sind, könnten nun noch rechtzeitig auf den Zug aufspringen.

US-amerikanische Flagge
© istockphoto.com/ Jason Lugo

Der Markt für Telemedizin soll Prognosen zufolge 2020 um etwa 78 Prozent auf 9,5 Milliarden US-Dollar anwachsen. Bis 2025 soll der Markt ein Volumen von 25,6 Milliarden US-Dollar erreichen. Zu diesem starken Aufwärtstrend hat zuletzt vor allem die Covid-19-Maßgabe der sozialen Distanzierung in Krankenhäusern und Kliniken beigetragen. Hinzu kommt, dass Patienten nach den jüngsten Gesetzesänderungen für telemedizinische Beratung keine Zuzahlungen leisten müssen.

Branchenexperten gehen davon aus, dass die aktuelle Entwicklung keine Momentaufnahme der Krise ist. Stattdessen deutet alles auf einen dauerhaften Wandel hin: Eine deutliche Mehrheit der Patienten bekundet eine hohe Zufriedenheit und will telemedizinische Anwendungen auch nach der Pandemie weiternutzen. Ende Juni hat das Centers for Medicare & Medicaid Services (CMS) vorgeschlagen, Telemedizin für Notfälle und über die Pandemiezeit hinaus im Leistungskatalog staatlicher Krankenversicherungsprogramme zu belassen. Denn auch die US-Gesundheitsbehörde glaubt, dass sich in Zukunft noch viele weitere Gesundheitsdienstleistungen digital erbringen lassen. Dazu zählen unter anderem digitale Therapeutika (DTx) und Software-as-a-Medical-Service (SaMD). Großes Potenzial liegt auch in Wearables wie Fitness-Trackern sowie in Apps zur Symptomprüfung, die mit künstlicher Intelligenz arbeiten.

Im Zuge des Ende März beschlossenen CARES (Coronavirus Aid, Relief, and Economic Security)-Act wurden Zuschüsse für den Ausbau der Telemedizin in Höhe von 200 Millionen US-Dollar bewilligt. Für diese Förderungen können sich alle Gesundheitsdienstleister bewerben, die in den Ausbau von Telekommunikations- und Informationsdiensten sowie in Geräte investieren, die für die Bereitstellung telemedizinischer Leistungen erforderlich sind.

Von der eindrucksvollen Entwicklung können auch deutsche E-Health- und Telemedizin-Unternehmen profitieren, die in den USA einen Vertrieb aufbauen möchten. Die Exportinitiative Gesundheitswirtschaft unterstützt gezielt kleine und mittlere Unternehmen (KMU) der Branche beim Markteintritt und der Vernetzung mit potenziellen Geschäftspartnern.

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