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14.07.2020

Gesundheitsreform in Usbekistan: Staat fördert Import von Medizintechnik

Usbekistans Wirtschaft steht in Zeiten von Corona vergleichsweise gut da. Die 2019 gestartete Gesundheitsreform soll fortgesetzt werden. Public Private Partnership (PPP)-Modelle bieten ausländischen Unternehmen neue Chancen für den Markteinstieg..

Flagge Usbekistan; Quelle: fotolia.com/schankz
© Quelle: fotolia.com/schankz

Der zentralasiatische Staat rechnet trotz Coronakrise für das laufende Jahr 2020 mit einem moderaten Wirtschaftswachstum. Um dieses Ziel zu erreichen, unterstützt die Regierung die Wiederbelebung der Wirtschaft mit zahlreichen Hilfspaketen und Reformen. Auch im Gesundheitswesen werden viele Maßnahmen umgesetzt. So profitiert die medizinische Infrastruktur derzeit von umfangreichen Investitionen, die unter anderem in den Bau neuer Spezial- und Infektionskliniken zur Behandlung von Covid-19-Patienten fließen. Die meisten dieser Kliniken sowie der Großteil der 216 lokalen Gesundheitsämter für Hygiene und Infektionsschutz müssen dringend mit moderner medizin- und labortechnischer Ausrüstung ausgestattet werden. Aus diesem Grund wurde die Einfuhr von Medizintechnik, medizinischen Verbrauchsmaterialien und Arzneimitteln kurzfristig von Importzöllen befreit.

Zudem setzt Usbekistan seine großangelegte Gesundheitsreform trotz der aktuell schwierigen Lage fort. Ziel der Reform ist es, allen Bevölkerungsgruppen eine zugängliche, bezahlbare und hochwertige Gesundheitsversorgung zu gewährleisten. Dazu hat die Regierung das Ministerium für Gesundheitswesen beauftragt, einen Aktionsplan für Hygiene und Infektionsschutz vorzubereiten und zügig umzusetzen. Unter anderem soll eine Krankenversicherungspflicht eingeführt sowie der stationäre Krankenhausbereich landesweit neu strukturiert werden. Der Fokus liegt neben der Aus- und Weiterbildung von Fachpersonal auch auf der Beschaffung von modernen Ausrüstungen. Die Regierung erwartet für 2020 und 2021, dass die Anzahl der privaten medizinischen Einrichtungen um jährlich 100 bis 150 zunimmt. Aus diesem Grund fördert der Staat in diesem Jahr den Import von Medizintechnik und Komplettierungsteilen durch private medizinische Einrichtungen und Praxen mit 50 Millionen US-Dollar.

Private und internationale Investoren haben verstärkt Interesse an Projekten im Rahmen von öffentlich-privaten Partnerschaften (Public Private Partnership, PPP). In den kommenden Jahren könnten solche PPP-Modelle den Markteinstieg für ausländische Unternehmen verbessern und den Handel mit medizinischen Geräten zusätzlich antreiben. Nach Angaben der nationalen Gesundheitsbehörde gibt es im Gesundheitswesen bereits etwa 180 Vorschläge für mögliche PPP-Vorhaben, für die leerstehende Gebäude oder Gebäudeteile derzeit zur Verfügung stehen.

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