Meldung
09.07.2020

WTO-Initiative: Immer mehr Pharma- und Medizingüter zollfrei

Am 25. Juni 2020 haben insgesamt 34 Staaten der Vereinbarung über die Zollfreiheit pharmazeutischer Produkte (Pharmaceutical Zero-for-Zero Initiative) der Welthandelsorganisation (WTO) zugestimmt. Vor allem in Zeiten von Corona ist die Vereinbarung wichtiger denn je, um Zölle und Handelsbarrieren für Arzneimittel abzubauen.

Außenwirtschaftstag; Quelle: iStockphoto.com/CentralITAlliance
© iStockphoto.com/CentralITAlliance

Die Anzahl neuer Handelsbarrieren steigt kontinuierlich an.

Insbesondere während der andauernden Corona-Pandemie schränken immer mehr Staaten den Austausch von Waren und Dienstleistungen stärker denn je ein, um das eigene Land zu schützen und für sich selbst die größten Vorteile realisieren zu können.

Von den zunehmenden Handelshemmnissen betroffen ist vor allem der grenzüberschreitende Handel mit Arzneimitteln und entsprechenden Vorprodukten.

Die WTO-Vereinbarung über die Zollfreiheit pharmazeutischer Erzeugnisse hat zum Ziel, Pharmaprodukte von sämtlichen Zöllen zu befreien und verbietet dabei, diese Zollschranken durch nicht-tarifäre Maßnahmen zu ersetzen.

Am 25. Juni 2020 haben insgesamt 34 Staaten in die Vereinbarung eingewilligt. Zusammen machen diese Länder rund 65 Prozent des weltweiten Pharma-Handels aus. Die EU gilt dabei als größter Exporteur, aber auch als einer der größten Importeure pharmazeutischer Produkte. Die drei wichtigen Herstellerländer China, Indien und Brasilien haben die Vereinbarung noch nicht unterzeichnet. Auch Russland, Mexiko und die Türkei als wichtige Importnationen zählen bislang nicht zu den Vertragspartnern. Wichtig ist jedoch: Die Vereinbarung umfasst auch Produkte, die aus Staaten importiert werden, die der Vereinbarung noch nicht zugestimmt haben.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) forderte bereits im März, dass alle Länder der WTO-Vereinbarung beitreten und diese auf alle Pharma- und Medizingüter ausgeweitet wird. Nur so könne der grenzüberschreitende Handel mit pharmazeutischen Produkten unter einheitlichen Regeln aufrechterhalten werden. Auch die EU setzt sich aktiv für einen Handel von Gesundheitsprodukten ohne Zölle ein und veröffentlichte am 15. Juni 2020 einen Vorschlag zur Erleichterung des weltweiten Gesundheitsgüterhandels.

Was tarifäre und nicht-tarifäre Handelsbarrieren bedeuten, erklärt ein Whitepaper von Germany Trade & Invest. Welche handelsbeschränkenden Maßnahmen in Zusammenhang mit Covid-19 bereits erlassen wurden, wird auf den Seiten der WTO zusammengefasst.

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