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07.07.2020

Spanien will Vorreiterrolle bei Digital Health stärken

Angetrieben von der Corona-Krise will Spanien die Digitalisierung seines Gesundheitswesens weiter beschleunigen. Insbesondere auf dem Markt für Telemedizin sind die Potenziale noch längst nicht ausgeschöpft. Produkte aus Deutschland profitieren von ihrem guten Ruf.

Flagge Spanien; Quelle: fotolia.com/BMDstudio
© fotolia.com/BMDstudio

Spanien verfügt über ein solides öffentliches Gesundheitssystem, das beste Voraussetzungen für den Digital Health-Ausbau bietet. So gehört das Land wegen seiner fortschrittlichen regionalen digitalen Gesundheitssysteme bereits jetzt zur Spitzengruppe des Digital-Health-Rankings der Bertelsmann-Stiftung. Bemerkenswert ist, dass Spanien als einziges Land neben Deutschland über keine nationale Einrichtung verfügt, die Digital-Health-Projekte zentral verantwortet. Stattdessen setzt man auf die Stärken des dezentralen Systems: Jede spanische Region verfügt über eine eigene Behörde, die den Ausbau von Digital Health koordiniert. Demzufolge hat jede Region eine elektronische Patientenakte, aus der automatisch ein gesetzlich festgelegter Minimaldatensatz extrahiert wird.

Die Corona-Krise hat die spanische Regierung noch stärker für den Nutzen digitaler Anwendungen sensibilisiert: In Zukunft sollen vor allem innovative Informations- und Kommunikationstechnologien, die keinen direkten Patientenkontakt erfordern, eine Schlüsselrolle einnehmen. Weitere wichtige Kriterien für die Beschaffung moderner digitaler Lösungen sind deren Sicherheit und Wirksamkeit sowie niedrige Kosten. Besonders große Potenziale bietet die Telemedizin: Da ein Großteil der alternden Bevölkerung in dünn besiedelten Regionen mit einer unzureichenden Gesundheitsinfrastruktur lebt, können telemedizinische Anwendungen hier dazu beitragen, Distanzen zwischen Ärzten und Patienten zu überbrücken. Auch zur Entlastung des stark frequentierten Gesundheitssystems nach der Krise sind telemedizinische Lösungen erwünscht, etwa um chronisch kranke Patienten aus der Ferne zu überwachen.

Spanien und Deutschland sind Partner im europäischen Binnenmarkt. Derzeit existieren für deutsche Exporteure keinerlei Marktzugangsbeschränkungen oder Zulassungsbeschränkungen von Digital-Health-Produkten. Für Medizintechnik und Arzneimittel zählt Deutschland bereits zu Spaniens wichtigsten Lieferländern. Der Vorteil, dass deutsche Produkte auf dem Markt für ihre besonders hohe Qualität und Vertrauenswürdigkeit geschätzt werden, kann künftig auch für Digital-Health-Anbieter wertvoll sein.
Digitale Gesundheitslösungen liegen derzeit in vielen Ländern verstärkt im Trend. Eine neue Serie von Germany Trade & Invest (GTAI) untersucht den weltweiten Bedarf in Zeiten der Corona-Krise. Die Studie „Digital Health analysiert u. a. die politischen Ziele, den rechtlichen Rahmen sowie Marktchancen und wird laufend um weitere Länder ergänzt.

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