Meldung
30.06.2020

Covid-19 in Tschechien: Nationaler Investitionsplan forciert Gesundheitsprojekte

Tschechiens Gesundheitssystem hat der Krise standgehalten und ist inzwischen weitestgehend zur Normalität zurückgekehrt. Die letzten Monate haben jedoch gezeigt, dass Investitionen in die Gesundheitsinfrastruktur dringend notwendig sind. Der Importbedarf bei moderner Medizintechnik aus Deutschland bleibt groß.

Flagge Tschechien; Quelle: istockphoto.com/wrangel
© istockphoto.com/wrangel

Aktuelle Prognosen gehen davon aus, dass sich Tschechiens Wirtschaftsaktivität im zweiten Halbjahr belebt und das Bruttoinlandsprodukt 2021 vergleichsweise schnell wieder zunimmt. Sämtliche Verbote für den Handelssektor wurden aufgehoben. Zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie stellt der Staat nach Angaben des Finanzministeriums rund 45 Milliarden Euro, unter anderem für Kredite und Bürgschaften, zur Verfügung. Auch im Gesundheitswesen sind die Krankenhäuser und Artpraxen zu ihrer früheren Behandlungsroutine zurückgekehrt. Bei der Bekämpfung des Virus hat das Gesundheitssystem insbesondere von den Vorteilen von E-Health profitiert, zum Beispiel im Rahmen von Online-Beratungen, bei der Ausstellung von Rezepten oder bei der Erfassung von Testergebnissen. Diese praktischen Erfahrungen dürften in Zukunft ein wichtiger Antrieb für die weitere Digitalisierung des Gesundheitswesens sein.

Obwohl Tschechiens Gesundheitssystem die Pandemie vergleichsweise gut bewältigt hat, hat die Krise einen großen Investitionsbedarf bei der Gesundheitsinfrastruktur, insbesondere für den Bau neuer Kliniken, offengelegt. Der Nationale Investitionsplan 2020 bis 2050 sieht für den Gesundheitssektor allein bis 2030 Projekte im Wert von umgerechnet rund drei Milliarden Euro vor. Im Zentrum steht unter anderem die Erneuerung der Medizintechnik. Deutschland ist vor den USA Tschechiens wichtigster Lieferant – sowohl im Segment elektrodiagnostische und radiologische Geräte und Apparate als auch bei medizinischen Instrumenten, Apparaten und Geräten.

Deutsche Unternehmen, die ihre Verträge mit tschechischen Geschäftspartnern derzeit nicht wie vereinbart erfüllen können, sollten den jeweiligen Vertrag zunächst auf eine Rechtswahlklausel zur „höheren Gewalt“ (force majeure) prüfen. Ist im Vertrag keine solche Klausel enthalten, bestimmt in der Regel die sogenannte Rom-I-Verordnung über das auf vertragliche Schuldverhältnisse anzuwendende Recht. Ausführlichere Informationen finden betroffene Unternehmen auf den Sonderseiten von Germany Trade & Invest (GTAI).

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