Meldung
16.06.2020

Investitionen steigern Geschäftschancen in Entwicklungsländern

Die Verbesserung der öffentlichen Gesundheitssysteme in den Entwicklungs- und Schwellenländern ist weiterhin einer der Schwerpunkte der internationalen Zusammenarbeit. Infolge der Corona-Pandemie dürfte die Branche künftig von steigenden Investitionen profitieren. Der große Nachholbedarf eröffnet auch deutschen Unternehmen neue Geschäftsperspektiven.

Intensivstation
© iStock/sudok1

Die Corona-Krise trifft die Entwicklungs- und Schwellenländer – unter anderem in Afrika, Asien und Lateinamerika – derzeit besonders hart: Millionen Menschen stehen durch das Zusammenbrechen globaler Lieferketten ohne Arbeit, Einkommen und Grundsicherung da. Außerdem fehlt ihnen der Zugang zu angemessener Gesundheitsversorgung. Zur Bekämpfung der Pandemie und ihrer Folgen sind diese Länder daher in besonderem Maße auf internationale Unterstützung angewiesen. Für die dringend benötigten Verbesserungen im Gesundheitswesen muss die internationale Staatengemeinschaft nun erhebliche Investitionen tätigen sowie weltweit Maßnahmen zur Vermeidung von zukünftigen Pandemien implementieren.

Im Zentrum der internationalen Entwicklungsarbeit steht seit 2015 die von den Vereinten Nationen (VN) verabschiedete „Agenda 2030“. Deren Kernstück sind insgesamt 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung, darunter unter anderem die Forderung, ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters zu gewährleisten und ihr Wohlergehen zu fördern. In einem Ende März 2020 von den Vereinten Nationen veröffentlichten Bericht wird die Notwendigkeit betont, die Agenda aufgrund von Covid-19 konsequenter und schneller als bisher umzusetzen. Ein wichtiges Instrument, um dieses Ziel zu erreichen, ist der seit 2002 bestehende Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (GFATM). Bis Mitte 2019 hat der Globale Fonds mit mehr als 41,6 Milliarden US-Dollar Gesundheitsprojekte in 140 Ländern finanziert. Im Rahmen der aktuellen Covid-19-Pandemie stellt der GFATM bis zu einer Milliarde US-Dollar zur Unterstützung seiner Partnerländer zur Verfügung.

Zu erwarten ist, dass die Nachfrage nach Gesundheitsprodukten und -dienstleistungen in Folge der Finanzhilfen künftig stark ansteigen wird. In der digitalen Gesundheitswirtschaft dürften vor allem die Segmente Diagnostik, Telemedizin und E-Health-Anwendungen besonders profitieren. Daraus ergeben sich gerade für deutsche Hersteller in den betroffenen Entwicklungsländern neue internationale Absatzpotenziale. Die Exportinitiative Gesundheitswirtschaft unterstützt diese Unternehmen mit speziell zugeschnitten Angeboten wie Marktinformationen, Unternehmerreisen oder Informationen über Messen und Ausschreibungen.

Weiterführende Informationen

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  • Internationale Zusammenarbeit für Gesundheit

    Wie wird der Gesundheitssektor nach Corona aussehen? Die Geber müssen erhebliche Investitionen zur Stärkung der Gesundheitssysteme aufbringen. Deshalb wird die Branche profitieren.