Meldung
03.06.2020

Digital Health in den USA – ein Markt mit vielen Möglichkeiten

Ob digitale Sprechstunde, medizinische Software oder Robotik: Die USA bieten ein enormes Absatzpotenzial für E-Health-Lösungen. Während der Corona-Krise können deutsche Anbieter vor allem mit Speziallösungen punkten, die sich eng am Bedarf orientieren.

US-amerikanische Flagge
© istockphoto.com/ Jason Lugo

Der digitale Gesundheitsmarkt ist in den USA bereits weit entwickelt. Marktforscher schätzen das Marktvolumen bis 2025 auf bis zu 200 Milliarden US-Dollar. Die größten Zuwächse werden bei Mobile Health (M-Health) und digitalen Gesundheitssystemen erwartet. Beliebt sind vor allem Systeme, mit denen sich die Verwaltung von Krankenhäusern und Arztpraxen verbessern lässt.

Das Absatzpotenzial für ausländische Anbieter digitaler medizinischer Geräte entwickelt sich weiter vielversprechend. Deutsche Unternehmen können sich vor allem mit innovativen Technologien durchsetzen. Besonders gefragt sind Lösungen, die ambulante und stationäre Behandlungsabläufe effizienter machen und langfristig Kosten einsparen. Dazu zählen zum Beispiel chirurgische Robotersysteme. Chancen bestehen auch bei Computertomografen, Blutzuckermesssystemen, Herzschrittmachern und eigenständigen Software-Medizinprodukten wie Bildarchivierungs- oder Kommunikationssystemen. Wichtig ist, dass sich die Technologien in bestehende Arbeitsprozesse integrieren lassen und gute Lösungen für kostenintensive Behandlungen bieten. Populär sind außerdem KI-Lösungen, die neue Heilungsmöglichkeiten bei chronischen Krankheiten bieten.
Zu den größten Hürden für exportorientierte Anbieter zählen neben einem steigenden Kosten- und Wettbewerbsdruck die strengen Zulassungsverfahren. Neue Medizinprodukte werden weitgehend von der Lebensmittelüberwachung- und Arzneimittelbehörde FDA überwacht. So müssen Produkte der „Klasse I“ verbindliche Etikettierungs- und Aufzeichnungsanforderungen erfüllen. Für Produkte der „Klasse II“ müssen zum Beispiel Patientenregister eingerichtet und Empfehlungen ausgesprochen werden. Produkte der „Klasse III“ haben klinische Studien zu durchlaufen, um ihre Sicherheit und Wirksamkeit nachzuweisen. Im Kampf gegen Covid-19 hat die FDA für bestimmte medizinische Produkte Importerleichterungen erlassen.

Der German Accelerator Life Sciences (GALS), gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), unterstützt seit 2016 deutsche Start-ups auf ihrem Weg in den US-Markt, darunter auch junge Firmen mit dem Fokus auf Digital Health. Mehr Informationen finden interessierte Unternehmen auf der GALS-Webseite.

Digitale Gesundheitslösungen liegen derzeit in vielen Ländern verstärkt im Trend. Eine neue Serie von Germany Trade & Invest (GTAI) untersucht den weltweiten Bedarf in Zeiten der Corona-Krise. Die Studie „Digital Health analysiert u. a. die politischen Ziele, den rechtlichen Rahmen sowie Marktchancen und wird laufend um Informationen zu weiteren Ländern ergänzt.

Weiterführende Informationen

Weiterführende Informationen

  • Digital Health in den USA

    Die USA bieten ein enormes Potenzial für E-Health-Lösungen. Deutsche Anbieter treffen aber in vielen Bereichen auf starke und rivalisierende heimische Konkurrenz. Digital Health in den USA: Marktzugang und Wettbewerb Zu den größten Hürden für nicht-heimische Anbieter digitaler Medizinprodukte zählt sicher die Zulassung. In manchen Fragen sind die US-Amerikaner strenger als die Europäer. Digital Health in den USA: Marktchancen Der Kostendruck im US-Gesundheitswesen ist groß. Hersteller werden zunehmend zu Preissenkungen gedrängt. Die größten Zulieferchancen bestehen bei digitalen medizinischen Geräten. Digital Health in den USA: Voraussetzungen und Ziele In den USA geht der Trend klar hin zu mehr Datenschutz. Datensicherheit und damit verbundene Haftungsfragen sind daher sehr wichtig.