Meldung
03.06.2020

E-Health: In Japan schlägt die Stunde der Telemedizin

Der Ausbruch des Corona-Virus hat der Umsetzung von E-Health Lösungen in Japan einen kräftigen Schub verliehen. Die Regierung hat die Regelungen zum Einsatz von Telemedizin gelockert. Deutsche Anbieter unterstützt ein Innovationshub beim Marktzutritt.

Flagge Japan; Quelle: istock/Alexander Gatsenko
© Quelle: istock/Alexander Gatsenko

Das japanische Gesundheitsministerium will die Digitalisierung vorantreiben. Der Markt für Digital Health soll in den nächsten Jahren stark wachsen. Sowohl für Medizintechnik als auch E-Health-Lösungen wird ein konstanter Aufwärtstrend erwartet. Statistiker prognostizieren, dass sich das Marktvolumen bis 2024 auf ca. 540 Millionen US-Dollar gegenüber 2018 etwa versiebenfachen soll, während sich die Ausgaben für Digital-Health-Systeme zwischen 2019 und 2025 mehr als verdreifachen werden.

Durch den Ausbruch des Corona-Virus sind die Vorteile der Telemedizin offensichtlich geworden. Die strikten Regelungen zum Einsatz telemedizinischer Dienste wurden bereits Ende Februar gelockert. Bis dahin waren direkte Arztbehandlungen über mindestens sechs Monate vorgeschrieben. Nun können Patienten mit chronischen Krankheiten bereits dann telemedizinisch behandelt werden, sobald sie einen Arzt mehr als einmal gesehen haben. Um die landesweite Gesundheitsversorgung zu verbessern, will das Gesundheitsministerium künftig unter anderem die Ferndiagnose und -behandlung ausbauen. Marktchancen für ausländische Anbieter liegen deshalb verstärkt im Bereich Telekonsultation, Teletherapie und Telemonitoring.

Für ausländische Digital-Health-Anbieter bestehen in Japan keine Zugangsbeschränkungen. Dennoch ist der Weg zur Zulassung von neuen Geräten und Lösungen oft mühselig. Um über Hürden beim Marktzugang hinwegzuhelfen, hat das japanische Wirtschaftsministerium ein Healthcare Innovation Hub (InnoHub) gegründet, das in- und ausländische Unternehmen unterstützt, etwa bei telemedizinischen Pilotprojekten. Um sich besser an den Markt anpassen zu können, helfen deutschen Herstellern außerdem Partnerschaften mit lokalen Unternehmen und Forschungsinstituten.

Digitale Gesundheitslösungen liegen derzeit in vielen Ländern verstärkt im Trend. Eine neue Serie von Germany Trade & Invest (GTAI) untersucht den weltweiten Bedarf in Zeiten der Corona-Krise. Die Studie „Digital Health analysiert die politischen Ziele, den rechtlichen Rahmen sowie Marktchancen und wird laufend um Informationen zu weiteren Ländern ergänzt.

Weiterführende Informationen

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