Meldung
26.05.2020

Corona-Pandemie treibt Digital Health in Thailand voran

Das thailändische Gesundheitswesen investiert seit Beginn der Covid-19-Krise verstärkt in E-Health. Öffentliche wie private Gesundheitseinrichtungen haben bereits eine Reihe von digitalen Projekten auf den Weg gebracht. Telemedizin und Robotik sind landesweit im Aufschwung.

Flagge Thailands; Quelle: fotolia/yongkiet
© fotolia/yongkiet

Bereits 2017 hat das Gesundheitsministerium ein E-Health Strategiepapier vorgestellt, das bis 2026 einen Fahrplan für den digitalen Durchbruch skizziert. Ziel ist es, den medizinischen Sektor langfristig auf Weltniveau anzuheben. Der Plan sieht unter anderem elektronische Gesundheitsakten für Krankenhäuser sowie mobile Health-Programme vor. Über eine neue digitale Gesundheitsplattform sollen in einer Testphase zunächst die öffentlichen Gesundheitseinrichtungen Daten untereinander austauschen. Später sollen auch private Hospitäler folgen.

Das staatliche Krankenhaus Samut Prakan im Süden von Bangkok gilt derzeit als digitales Vorzeigeprojekt. Hier werden bereits zahlreiche smarte, automatisierte und IT-basierte Lösungen umgesetzt. Außerdem arbeitet die medizinische Fakultät des Siriraj Hospital an neuen, smarten Systemen, um die größte und älteste Klinik des Landes künftig komplett digital umzurüsten. Die private Krankenhausgruppe Samitivej Hospital hat bereits 2017 ein virtuelles Krankenhaus eröffnet, in dem Patienten sich über die Webseite und App per Videotelefon mit Ärzten austauschen, Arzneimittel bestellen oder Blutentnahmen vereinbaren können. Auch die Kette Bangkok International Hospital wirbt aktuell verstärkt mit elektronischen Patientenakten, computergestützten Hilfen bei Therapien und automatisierten Abläufen.

Einen großen Nachfrageschub erlebt derzeit insbesondere auch Thailands größte telemedizinische Plattform „Doktor Raksa“. Über seine App und Webseite verknüpft der Dienst mehr als 400.000 registrierte Patienten mit rund 600 Ärzten. Das Gesamtbudget des Gesundheitsministeriums für die Ausstattung kommunaler Krankenhäuser und Kliniken mit Telemedizin beträgt für den Zeitraum 2019 bis 2024 umgerechnet rund fünf Millionen Euro. Parallel dazu soll der geplante Ausbau von 5G-Netzen und der Einsatz von Robotern im Gesundheitswesen beschleunigt werden. So sollen in Zukunft beispielsweise 5G-gesteuerte Roboter die Patienten thermisch scannen und ihnen Videogespräche mit Ärzten ermöglichen. Die Chulalongkorn-Universität hat zudem einen Roboter entwickelt, der Medikamente und Mahlzeiten zu Covid-19 Patienten transportiert.

Die Herausforderung für Thailands Gesundheitssektor liegt aktuell darin, die vielversprechenden elektronischen Systeme miteinander zu verknüpfen und die noch fehlenden rechtlichen Grundlagen für Telemedizin zu schaffen. Gelingt dies, profitieren davon künftig auch deutsche E-Health-Startups, die den digitalen Gesundheitsmarkt in Thailand erschließen möchten.

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