Meldung
26.05.2020

Dänemark erhöht Gesundheitsausgaben

Dänemark zählt zu den Vorreitern in der Digitalisierung von Gesundheit. Während der Corona-Krise baut der nordeuropäische Staat sein umfassendes E-Health-Angebot weiter aus. Eine innovative Start-up-Szene bietet deutschen Anbietern auch weiterhin gute Kooperationsmöglichkeiten.

Flagge Dänemark; Quelle: fotolia/JackF
© Quelle: fotolia/JackF

Aufgrund der Krise wurde unter anderem die Anfang 2019 eingeführte öffentliche E-Health-App „Min Læge“ kurzfristig erweitert. Von nun an sollen Videokonsultationen mit dem Hausarzt Patienten dabei unterstützen, ihre Ansteckungsgefahr mit dem Corona-Virus zu senken. Bisher konnten mithilfe der App lediglich elektronische Nachrichten versendet, Termine gebucht oder Rezepte eingeholt werden. „Wir müssen, soweit es geht, Abstand halten und den physischen Kontakt begrenzen“, sagte Gesundheitsminister Magnus Heunicke. „Gleichzeitig gibt es viele Dänen, die mit ihrem Hausarzt sprechen müssen, weil sie befürchten, mit Corona infiziert zu sein oder ein anderes Gesundheitsproblem haben. In einigen Fällen kann Video eine wirklich gute Lösung sein“, so der Minister.

Als weitere elektronische Maßnahme wurde auf dem offiziellen Gesundheitsportal sundhed.dk der COVIDmeter eingeführt, der anhand einer wöchentlichen Umfrage einen besseren Überblick über den aktuellen Stand der Ausbreitung des Virus verschaffen soll. Zwar ist die Teilnahme an der neuen digitalen Lösung für Einwohnerinnen und Einwohner freiwillig. Der Verband dänischer Regionen hofft jedoch auf eine große Akzeptanz und rege Teilnahme der Bevölkerung.

Grundsätzlich ist das Vertrauen in den öffentlichen Gesundheitssektor in Dänemark im Vergleich zu vielen anderen europäischen Ländern sehr groß. Die dänische Gesundheitswirtschaft investiert deshalb bereits seit einigen Jahren in moderne Informations- und Kommunikationstechnik wie digitale Patientenakten und Gesundheits-Apps, um Behandlungen schneller und kostengünstiger durchzuführen. Nach Angaben des Statistikamts DST gab es 2019 etwa 41,5 Millionen Kontakte mit Allgemeinärzten per Telefon oder über elektronische Kommunikationskanäle.

Deutsche Unternehmen, die in den dänischen E-Health-Markt einsteigen wollen, können etwa über das EU-geförderte Gesundheitsprojekt „Access-Acceleration“ mit dänischen Start-up-Firmen in Kontakt treten.

Weiterführende Informationen

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  • Covid-19: Gesundheitswesen in Dänemark

    Dänemark will seine bereits jetzt sehr hohe Corona-Testquote weiter steigern. Das umfassende E-Health-Angebot soll erweitert werden. (Stand: 13. Mai 2020)