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22.05.2020

Covid-19 auf den Philippinen: Medizinischer Bedarf nur durch Importe zu decken

Das Gesundheitssystem der Philippinen steht während der Corona-Krise vor großen Aufgaben. Dennoch soll der Markt für Medizintechnik weiterwachsen. Hochwertige Geräte und Produkte werden fast ausschließlich importiert.

Flagge Philippinen; Quelle: fotolia/svglass
© Quelle: fotolia/svglass

Auch auf den Philippinen hat sich die Corona-Pandemie mittlerweile stark ausgebreitet. Vor allem in der Hauptstadt Manila sowie auf der kompletten Insel Luzon sind die wirtschaftlichen Folgen besonders schwerwiegend. Die Regierung versucht unterdessen, die Auswirkungen mit einem umfangreichen Hilfspaket in Höhe von umgerechnet rund 3,8 Milliarden Euro abzumildern.

Das Gesundheitssystem des Archipels galt bereits vor der Krise als ausbaufähig und die medizinische Versorgung insbesondere in abgelegenen Regionen als unzureichend. Nun soll der Gesundheitssektor durch verschiedene Maßnahmen gestärkt werden. Unter anderem ist eine reibungslosere Verteilung von medizinischen Ausrüstungen und Materialien durch eine erleichterte Zollabwicklung geplant. Außerdem hat die Weltbank dem Sektor einen Kredit in Höhe von umgerechnet 92 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Davon sollen unter anderem die Laborkapazitäten ausgeweitet und medizinische Geräte wie Beatmungsmaschinen, tragbare Röntgenapparate oder Testinstrumente angeschafft werden.

Trotz einer relativ jungen Bevölkerung leiden Philippiner insbesondere in den Ballungsgebieten unter zahlreichen Zivilisations- und chronischen Krankheiten. Der Medizintechnikmarkt wird derzeit auf umgerechnet rund 555 Millionen Euro pro Jahr geschätzt. In den kommenden Jahren gehen Branchenexperten von hohen Wachstumsraten aus. Die Importabhängigkeit der Philippinen ist im medizinischen Bereich stark und liegt bei hochwertigen Technologien bei fast 100 Prozent. Neben den USA, Japan und China gilt Deutschland als wichtigstes Lieferland.

Deutsche Unternehmen, die Verträge mit philippinischen Handelspartnern während der Corona-Krise nicht wie vereinbart erfüllen können, können sich in den meisten Fällen auf eine gesetzliche Regelung zur höheren Gewalt bzw. auf eine Rechtswahlklausel in ihrem Vertrag berufen. Hier finden betroffene Unternehmen ausführliche Informationen zum Vertragsrecht mit Geschäftspartnern innerhalb und außerhalb der europäischen Union.

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