Meldung
22.05.2020

Covid-19 in Indien: Zahlreiche Gesundheitsprojekte in der Pipeline

Indiens Wirtschaft ist seit der Ausbreitung des Corona-Virus weitestgehend zusammengebrochen. Die Krise macht noch einmal deutlich, dass der Subkontinent in Bezug auf seine medizinische Versorgung anderen Schwellenländern hinterherhinkt. In den kommenden Jahren haben Verbesserungen im Gesundheitswesen daher eine hohe Priorität.

Flagge von Indien
© istockphoto.com/ paresh3d

Mit den seit 4. Mai geltenden Richtlinien des Innenministeriums soll Indiens Wirtschaft während der Corona-Krise schrittweise wieder hochgefahren werden. Für etliche Branchen sind bereits weitgehende Lockerungsmaßnahmen in Kraft getreten. Bereits am 24. März wurde ein erstes Maßnahmenpaket beschlossen, um die heimische Wirtschaft in der Krise zu stützen. Am 26. März 2020 hat das Finanzministerium außerdem ein Hilfspaket in Höhe von umgerechnet 20 Milliarden Euro geschnürt.

Indiens Gesundheitssystem war auf den Ausbruch einer Pandemie nur mangelhaft vorbereitet. Aus diesem Grund steigert die Regierung nun ihre Investitionen in den öffentlichen Gesundheitssektor und in die Krankenhausinfrastruktur. Nach Angaben der Agentur für Investitionsförderung Invest India befinden sich zurzeit allein im öffentlichen Sektor 90 Kliniken und Gesundheitseinrichtungen mit einem Investitionsvolumen von umgerechnet rund 830 Millionen Euro in der Projektpipeline. Ziel ist es außerdem, die Zahl der Krankenhausbetten pro 1.000 Einwohner in den kommenden fünf Jahren von 0,5 auf drei zu erhöhen. Dazu sollen bis 2025 landesweit 150.000 neue Gesundheitseinrichtungen zur Primärversorgung sowie 200 neue Spezialkliniken eröffnet werden.

Sowohl bei Arzneistoffen als auch bei medizinischen Verbrauchsprodukten und medizintechnischen Geräten ist das Land auf Endprodukte und Vorerzeugnisse aus dem Ausland angewiesen. Insbesondere bei Geräten zur bildgebenden Diagnostik ist Indien bis zu 80 Prozent von Importen abhängig. In Land selbst werden vorrangig Verbrauchsmaterialien sowie einfache Produkte und Geräte produziert.

Aufgrund der Corona-Krise können Lieferländer aktuell von Störungen und Verzögerungen bei der Importlogistik betroffen sein. So hat Indien unter anderem seine Grenzen für den Warenimport per Eisenbahn und Lkw vorübergehend geschlossen. Aktuelle Änderungen zu Einfuhrbeschränkungen können Unternehmen auf dem Indian Trade Portal sowie auf der Internetseite des Directorate General of Foreign Trade (DGFT) einsehen.

Deutsche Unternehmen, die vor Ausbruch der Corona-Pandemie Verträge mit indischen Geschäftspartnern geschlossen haben, können dank einer Rechtswahlklausel in vielen Fällen von ihren vertraglichen Verpflichtungen zurücktreten. Welche Bedingungen dazu erfüllt sein müssen, erfahren betroffene Unternehmen im ausführlichen Rechtsbericht „Covid-19 und B2B-Verträge: Welches Recht gilt für meinen Vertrag?“ auf den Seiten von Germany Trade & Invest (GTAI).

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