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19.05.2020

GTAI-Studie: Bedarf an digitalen Gesundheitslösungen nimmt weltweit zu

Die Coronakrise sorgt für eine Trendwende in der Gesundheitswirtschaft. Ein Ländervergleich zeigt unterschiedliche Ansätze im Einsatz von digitalen Gesundheitslösungen.

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© istockphoto.com/ alengo

Ob digitale Sprechstunde, E-Health oder KI in der Medizin: Digitale Gesundheitslösungen galten schon vor der Corona-Pandemie als Zukunftstrend. Jetzt erhält das Thema Digital Health einen zusätzlichen Schub. In einer Studie vergleicht Germany Trade & Invest (GTAI) die unterschiedlichen Digitalisierungsansätze wichtiger Gesundheitsmärkte. Welche Ziele haben sich einzelne Länder gesetzt? Welche Strategien werden verfolgt? Welche Schwerpunkte dominieren? Wie ist der Markt vor Ort und welche Chancen tun sich für deutsche Unternehmen auf? In insgesamt zehn Ländern wurde die Digitalisierung der Gesundheitswirtschaft anhand dieser und weiterer Fragen untersucht.

So soll beispielsweise der nordamerikanische digitale Gesundheitsmarkt bis 2025 auf bis zu 200 Milliarden US-Dollar wachsen. Gefragt sind vor allem innovative Technologien, die ambulante und stationäre Behandlungsabläufe effizienter machen und zu Kosteneinsparungen führen. Im Rahmen des Ende März 2020 verabschiedeten Corona-Hilfspakets der US-Regierung erhalten Krankenhäuser und andere medizinische Einrichtungen rund 100 Milliarden US-Dollar. Ferner sollen etwa 200 Millionen US-Dollar in den Ausbau telemedizinischer Dienste fließen.

In Italien bietet die Zeit nach der Corona-Pandemie die Chance, eine konsequente Strategie für die Digitalisierung der Gesundheitswirtschaft aufzulegen. Ein erster Schritt sind die Tracing- und Lokalisierungs-Apps sowie Chatbots für Patienten, die mehrheitlich auf Initiative der Regionen auf den Weg gebracht worden sind. Im Haushalt 2020 sind für digitale Ausstattungen im Gesundheitssektor explizit 235,8 Millionen Euro vorgesehen.

Russland will sein Gesundheitswesen bis 2024 modernisieren und digitalisieren. Gefragt sind mobile und vernetzte Medizingeräte. Schon vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie hat Russland digitalen Rezepten und Krankenscheinen juristisch den Weg geebnet. Ein neuer Gesetzentwurf sieht vor, per Telemedizin auch ärztliche Diagnosen und die Ausstellung elektronischer Rezepte zu ermöglichen.

Auch in Asien nimmt der Stellenwert insgesamt zu: Der Markt für Digital Health in Indien könnte bis 2025 auf bis zu 11 Milliarden US-Dollar zulegen. Die Regierung muss aber erst noch die gesetzlichen Rahmenbedingungen schaffen. Bei Digital-Health-Angeboten gilt in Indien "Mobile First". In Singapurs Gesundheitswesen haben sich digitale Gesundheitslösungen hingegen längst etabliert. Dies hat sich bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie mit dem sogenannten Contact Tracing (Digitaler Fußabdruck) ausgezahlt. Inzwischen befinden sich 9 Prozent aller in Asien niedergelassenen Start-ups des Health-Tech-Sektors in Singapur. Damit liegt der Inselstaat nach China und Indien auf einem imposanten dritten Platz. In Japan wiederum erfordert der demografische Wandel neue Lösungen für das japanische Gesundheitssystem. Die Regierung hat nach dem Covid-19-Ausbruch die strikten Regelungen für Telemedizin gelockert. Die Ausgaben für Digital-Health-Systeme könnten sich zwischen 2019 und 2025 mehr als verdreifachen.

Hier geht es zur Studie „Digital Health, die laufend um weitere Länder ergänzt wird.