Meldung
15.05.2020

Geschäftspraxis in Brasilien in Zeiten der Corona-Krise

Brasilien will die Versorgung von Krankenhäusern mit notwendigen medizinischen Ausrüstungen zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie dringend aufrechthalten. Aus diesem Grund hat die Regierung unter anderem Maßnahmen zur Beschleunigung des Einfuhrverfahrens erlassen.

Geschäftspraxis in Brasilien in Zeiten der Corona-Krise - Intensivstation
© iStock/sudok1

Das brasilianische Gesundheitssystem ist aufgrund der Corona-Krise aktuell stark überlastet. Insbesondere abseits der Metropolregionen verfügen Städte und Gemeinden über keine Möglichkeiten zur intensivmedizinischen Behandlung. Noch ist nicht abzusehen, wie stark Brasilien langfristig von der Krise betroffen sein wird.

Zur Bewältigung der Pandemie hat die Regierung bereits die Budgets des Gesundheitsministeriums aufgestockt. Um die medizinische Versorgung so weit wie möglich zu gewährleisten, hat die Nationale Behörde für Gesundheitsüberwachung (Anvisa) außerdem die Zulassungs- und Einfuhrverfahren für strategisch wichtige Geräte und Produkte beschleunigt. Bereits Anfang Februar legte die Regierung Regelungen für den Ausnahmezustand während der Corona-Krise fest. Demnach können auch Medikamente und Medizintechnik ohne Registrierung bei der Gesundheitsaufsichtsbehörde vorübergehend für den brasilianischen Markt zugelassen werden, sofern diese bereits bei einer ausländischen Gesundheitsaufsicht registriert sind. Zudem wird auf Importe von über 300 Warengruppen derzeit kein Importzoll erhoben.

Nach wie vor ist der Gesundheitssektor eine wichtige Branche in Brasilien. So war noch vor der Krise ein Wachstum des Medizintechnikmarkts von fünf bis sechs Prozent für 2020 angekündigt. Zuletzt zählte Deutschland mit einem Importanteil von 13,3 Prozent hinter den USA und China zu den wichtigsten Lieferländern. Am 30. April hat der Lateinamerika Verein e. V. (LAV) zusammen mit den Auslandshandelskammern São Paulo und Rio de Janeiro ein Webinar zu den Chancen für deutsche Medizintechnik in Brasilien durchgeführt. Im Zentrum stand dabei die Frage, welche neuen Geschäftsmöglichkeiten sich während der Krise, aber auch längerfristig, für deutsche Unternehmen ergeben. Bereits jetzt sind telemedizinische Geräte und Dienstleistungen stärker gefragt als bisher. Digital Health-Anwendungen dürften sich auch über die Corona-Krise hinaus als lukratives Geschäftsfeld etablieren.

Deutsche Unternehmen, die ihre vertraglichen Verpflichtungen mit brasilianischen Handelspartnern aufgrund von Covid-19 nicht erfüllen können, finden weitere Informationen hier.

Weiterführende Informationen

Weiterführende Informationen