Meldung
17.03.2020

Dänemark erhöht Gesundheitsausgaben

Die neue dänische Regierung will mehr Geld in das Gesundheitswesen investieren. Einen Schwerpunkt bilden innovative digitale Technologien und E-Health-Projekte. Eine florierende Start-up-Landschaft bietet deutschen Anbietern gute Kooperationsmöglichkeiten.

Flagge Dänemark; Quelle: fotolia/JackF
© Quelle: fotolia/JackF

Der dänische Medizintechnikmarkt soll sich bis 2023 gegenüber 2018 um knapp ein Drittel vergrößern. Wichtige Wachstumstreiber sind zahlreiche neugebauten Großkrankenhäuser, die in Zukunft große Mengen an moderner medizintechnischer Ausrüstung benötigen. Besonders stark soll sich die Nachfrage nach künstlichen Gelenken, Röntgenapparaten, angetriebenen Rollstühlen, augenheilkundlichen Instrumenten und Anästhesieapparaten entwickeln. Zu den wichtigsten Projekten zählen der Neubau zweier Universitätskrankenhäuser in Odense und Köge sowie die Fertigstellung des neuen Großkrankenhauses „Nordseeland“ in Hillerød. Weiterhin wirken sich Faktoren wie die alternde Gesellschaft sowie die zunehmende Anzahl chronischer Erkrankungen auf die aktuelle Marktlage aus.

Auch zählt Dänemark zu den Vorreitern in der Digitalisierung von Gesundheit. Um Behandlungen schneller, gezielter und günstiger durchzuführen, investiert die Regierung bereits seit einigen Jahren in moderne Informations- und Kommunikationstechnik wie digitale Patientenakten und Gesundheits-Apps. Für den aktuellen Zeitraum 2020 bis 2022 sind weitere Investitionen in Höhe von mehr als 150 Millionen Euro vorgesehen. Neue Projekte treiben etwa die Nutzung von künstlicher Intelligenz zur besseren Erkennung von Herzstillstandsymptomen in Notrufzentralen voran oder untersuchen die Nutzung von Virtual Reality zur Behandlung von Sozialphobien. Regionale Initiativen erarbeiten Richtlinien und Werkzeuge für die Durchführung von Projekten und ermöglichen einen effizienteren Datenaustausch zwischen Gesundheitseinrichtungen und Patienten. Deutsche Unternehmen, die in den dänischen E-Health-Markt einsteigen wollen, haben im Rahmen des deutsch-dänischen Projektes Access-Acceleration gute Chancen, mit Start-up-Firmen zu kooperieren.

Obwohl etablierte dänische Unternehmen stark aufgestellt sind, führt das Land jährlich Medizintechnik im Wert von über 1,1 Milliarden Euro ein. Dabei erfreut sich die Marke „made in Germany“ zunehmender Beliebtheit: Deutsche Produkte machen mit rund 21 Prozent den größten Anteil an den Gesamtimporten der Branche aus. Besonders gefragt sind Dentaltechnik und Therapiegeräte. Ausgeschriebene Aufträge für Medizintechnik, Verbrauchsmaterialien und digitale Technologien finden deutsche Hersteller u. a. auf dem nationalen Einkaufsportal oder dem Gemeinschaftsportal der fünf Regionen. Beim Vertrieb lohnt sich die Zusammenarbeit mit einem dänischsprachigen Distributor, der mit den lokalen Gegebenheiten vertraut ist. Die Kollaboration mit einem lokalen Partner kann Anbietern außerdem den Zugang zu weiteren skandinavischen Ländern ebnen.

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