Meldung
25.02.2020

Israel: Teva-Krise ruft Gründer auf den Plan und steigert Generikaimporte

Im Zuge seiner Sanierung musste der angeschlagene israelische Generikahersteller Teva Fachkräfte entlassen. Viele von ihnen versuchen sich als Gründer. Importeuren kommt zugute, dass die Produktion aufgrund der Teva-Konsolidierung zurückgeschraubt werden musste. Durch Steuervorteile will die Regierung zudem die Investitionsfreude ausländischer Firmen ankurbeln.

Flagge Israel; Quelle: fotolia/Yuriy Chertok
© fotolia/Yuriy Chertok

Der israelische Pharma-Riese Teva Pharmaceuticals machte zuletzt nicht durch Erfolge von sich reden: Aufgrund massiver Übernahmen war der weltgrößte Generikahersteller in Not geraten. Seit 2018 führt Teva ein Sanierungsprogramm durch. Im Rahmen dessen verloren zahlreiche Angestellte ihren Job, darunter auch hochqualifizierte Fachleute. Einige wagten eine Existenzgründung. Dadurch hat sich eine Startup-Welle in Gang gesetzt. Ein Beispiel: Die Firma Bio89, die Arzneimittel zur Behandlung von Stoffwechselstörungen entwickelt, wurde von früheren Teva-Managern gegründet.

Aufgrund des Rückgangs der nationalen Produktion hat sich die Situation für Importeure verbessert. Die Einfuhren von Pharmaprodukten nahmen 2017 um 8,2 Prozent und 2018 um 12,1 Prozent zu. Im ersten Halbjahr 2019 belief sich das Wachstum auf 9,9 Prozent gegenüber demselben Vorjahreszeitraum.

Ausländischen Firmen kommt ebenfalls zugute, dass die Regierung Herstellern Investitionsanreize bietet. Mitte 2019 wurden etwa die für Hightech-Unternehmen geltenden steuerlichen Vergünstigungen auf die Herstellung von Generika ausgeweitet. Für Gewinne aus der Verwertung intellektuellen Eigentums in der Produktion gilt etwa ein ermäßigter Körperschaftssteuersatz.

Weiterführende Informationen

Weiterführende Informationen

  • Israels Pharmabranche zwischen Krise und Chancen

    Jerusalem (GTAI) - Der israelische Pharma-Riese Teva ist finanziell angeschlagen, doch ergeben sich für die Branche neue Chancen. Die Regierung will Generika-Herstellern Investitionsanreize gewähren.