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21.01.2020

Hongkong: Wichtiger Abnehmer und Handelsdrehscheibe für Medtech

Die Regierung in Hongkong will die öffentliche Gesundheitsversorgung ausbauen. Dadurch wird der Bedarf an Medizintechnik zwangsläufig steigen. Die meisten Produkte müssen importiert werden. Deutschland zählt zu den wichtigsten Lieferanten hochwertiger Technik. Das Importgeschäft leidet kurzfristig unter politischen Unruhen.

Flagge Hongkong; Quelle: stock.adobe.com/leeyiutung
© stock.adobe.com/leeyiutung

Der Großteil der rund 7,5 Millionen Einwohner Hongkongs ist auf die medizinische Versorgung in öffentlichen Krankenhäusern angewiesen. Denn eine Behandlung in einer der modernen Privatkliniken können sich nur wenige leisten. Wer sich in einer öffentlichen Einrichtung behandeln lässt, muss meist nichts zuzahlen. Die Wartezeiten sind allerdings lang, sofern die Beschwerden nicht lebensbedrohlich sind. Das hält die Kosten des staatlich finanzierten Gesundheitssystem in Grenzen.

Aufgrund des stetigen Bevölkerungswachstums durch Zuwanderung plant die Regierung, die Versorgungsinfrastruktur in den nächsten Jahren auszubauen. Hinzu kommt, dass die Bewohner der Sonderverwaltungszone immer älter werden. Daher sollen bis 2026 rund 5.000 zusätzliche Klinikbetten in öffentlichen Einrichtungen entstehen. Auch die private Konkurrenz, die stark von den chinesischen Medizintouristen vom Festland profitiert, erweitert ihre Kapazitäten.

Die Pläne der Regierung und die soziodemografischen Entwicklungen haben zur Folge, dass der Medizintechnikbedarf steigt. Auch der Handelskonflikt mit China und die politischen Unruhen, die der Nachfrage einen gewissen Dämpfer versetzen, können eine Steigerung nicht aufhalten. Im Jahr 2018 beliefen sich die Importe auf rund 2,2 Milliarden Euro, 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Ein Großteil der Einfuhren wird allerdings reexportiert, weshalb die ehemalige britische Kolonie selbst ein kleiner Markt bleibt. Sie gilt jedoch als wichtige Handelsdrehscheibe. Denn der Markt ist durchlässiger als in China, wo ausländische Medtech-Anbieter über nichttarifäre Handelshemmnisse und Marktzutrittsbarrieren klagen. In Hongkong gibt es weder Einfuhrzölle noch Mehrwertsteuern.

China führt die Rangliste der Lieferländer für Medizintechnik an, wobei vor allem Verbrauchsgüter und relativ einfache elektromedizinische Geräte vom Festland bezogen werden. Hightech-Apparate stammen meist aus den USA. Deutschland liegt noch vor Japan auf Platz drei der Lieferländer. Im Jahr 2018 lieferte Deutschland Medizintechnik im Wert von mehr als 207 Millionen Euro nach Hongkong.

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