Meldung
21.12.2020

Indiens Medizintechnikbranche bleibt langfristig attraktiv

Die Wachstumsaussichten für die indische Medizintechnikbranche bleiben weiter positiv und haben durch die Corona-Krise zusätzlichen Aufwind bekommen. Die hohe Importabhängigkeit bietet gute Geschäftschancen auch für deutsche Unternehmen.

Flagge von Indien
© istockphoto.com/ paresh3d

Indien will bis 2025 über 200 Milliarden US-Dollar in seine Gesundheitsversorgung investieren. Der Medizintechnikmarkt könnte sich dadurch in den nächsten fünf Jahren auf 14 Milliarden US-Dollar verdoppeln. Die Nachfrage nach medizinischen Produkten und Dienstleistungen legt aufgrund der demographischen Entwicklung zu: Die Zahl der Inderinnen und Inder über 65 wird bis 2026 um 70 Prozent auf 168 Millionen steigen. Daneben verbreiten sich Zivilisationskrankheiten immer weiter.
Auch der Markt für E-Health-Angebote wächst schnell. Im Hinblick auf zukünftige Pandemien sollen die Laborinfrastruktur ausgebaut und verstärkt E-Health-Lösungen entwickelt werden. Hierfür stehen bis 2025 rund 12 Milliarden US-Dollar zur Verfügung. Das Marktvolumen von Digital Health soll bis dato von 1,5 Milliarden auf bis zu 11 Milliarden US-Dollar zulegen. Laut Marktforschern werden dann bis zu 140 Millionen Haushalte über die technischen und finanziellen Möglichkeiten verfügen, digitale Gesundheitslösungen zu nutzen. Dies würde ein Marktpotenzial von jährlich 35 Milliarden US-Dollar eröffnen.

Zusätzliche Großinvestitionen fließen in die Klinikinfrastruktur. Damit sollen unter anderem landesweit 150.000 Gesundheitseinrichtungen zur Primärversorgung sowie 200 Spezialkliniken eröffnet werden. Experten gehen weiterhin davon aus, dass die privaten Gesundheitsausgaben der Bevölkerung in den nächsten Jahren überdurchschnittlich stark steigen dürften. Grund dafür ist, dass sich immer mehr Patientinnen und Patienten private Dienste leisten können und das Angebot in diesem Segment massiv wächst.

Da Indien stark von Importen abhängig ist, bietet der Markt Herstellern von Medizintechnik und Digital Health langfristig sehr gute Geschäftschancen. Die Einfuhren von Medizintechnik legen seit Jahren kontinuierlich zu – 2019 auf 4,5 Milliarden US-Dollar. Deutschland belegte im vergangenen Jahr unter den wichtigsten Lieferländern hinter den USA und China Rang drei. Besonders groß ist die Importabhängigkeit bei Elektrodiagnosegeräten, Röntgenapparaten, Orthopädietechnik, Oxygenatoren und Dialysegeräten. Da die Regierung die lokale Produktion von Medizintechnik stärker fördern will, könnten in Zukunft jedoch mehr Importe durch heimische Produkte ersetzt werden.

Weiterführende Informationen

Weiterführende Informationen