Meldung
15.12.2020

Vereinigtes Königreich: Rezeptfreie Medikamente in Corona-Krise mehr nachgefragt

In der britischen Pharmabranche entwickelt sich der Markt für rezeptfreie Medikamente (Over-the-Counter-Arzneimittel, OTC) weiter dynamisch. Gerade während der Corona-Pandemie pflegen sich zunehmend mehr Menschen selbst gesund. Nach dem Ende der Brexit-Übergangsphase könnte sich der Marktzugang für exportorientierte Unternehmen erschweren.

Flagge Großbritannien; Quelle: colourbox.de
© colourbox.de

Der britische Markt für rezeptfreie OTC-Arzneimittel ist einer der größten weltweit: Im Jahr 2019 erzielten rezeptfreie Medikamente einen Umsatz von umgerechnet rund 3,1 Milliarden Euro. Damit machen sie rund 8,3 Prozent des Gesamtumsatzes von Pharmazeutika im Land aus – und sollen bis 2024 um durchschnittlich weitere drei Prozent jährlich zulegen. Der stärkste Umsatz wurde im vergangenen Jahr mit schmerzlindernden Präparaten sowie Arzneimitteln zur Behandlung von Erkältungssymptomen erzielt.

Aufgrund der Corona-Krise setzt sich die steigende Nachfrage nach Medikamenten zur Behandlung von Symptomen wie Fieber, Schnupfen, Halsschmerzen und Husten auch im laufenden Jahr 2020 weiter fort. Grundsätzlich nimmt die Bereitschaft der Bevölkerung zu, bei geringfügigen Erkrankungen anstelle eines Arztbesuchs zunächst auf „self care“, also Selbstpflege, Selbstmedikation und Beratungen in der Apotheke, zu setzen. Experten gehen davon aus, dass die britische Regierung die Selbstpflege mit rezeptfreien Arzneimitteln auch nach der Krise weiter fördern wird, um die Abhängigkeit vom öffentlich finanzierten Gesundheitssystem zu verringern und die Gesundheitskosten weiter einzudämmen.

Auch für deutsche Unternehmen bieten sich auf dem britischen Markt für OTC-Medikamente vielfältige Geschäftsmöglichkeiten. Ein Wermutstropfen ist jedoch das Austrittsabkommen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich. Denn noch ist unklar, wie die Marktzugangsvoraussetzungen nach Ende der Brexit-Übergangsphase, die noch bis zum 31. Dezember 2021 gilt, aussehen werden. Im Falle eines sogenannten „No-Deal-Szenarios“ könnte sich der Zugang deutscher Produkte auf den britischen Arzneimittelmarkt erschweren.

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