Meldung
02.11.2020

Covid-19 kurbelt Gesundheitsinvestitionen in Europa an

Die Coronapandemie hat vielen Regierungen vor Augen geführt, wie groß der Modernisierungsbedarf im Gesundheitswesen ist – so auch in Europa. Ein neues Fact Sheet von Germany Trade & Invest (GTAI) zeigt auf, wie die Länder mit der Krise umgehen und welche Trends deutsche Unternehmen kennen sollten.

Cover: Covid-19 kurbelt Gesundheitsinvestitionen in Europa an
© Germany Trade & Invest

In Zeiten von Covid-19 beträgt das Volumen des Medizintechnikmarktes in Europa aktuell 120 Milliarden Euro. Er ist damit der zweitgrößte Markt der Welt nach den USA (175 Milliarden Euro). 42 Prozent der deutschen Medizintechnikexporte gehen in die europäischen Nachbarländer und in das Vereinigte Königreich.

In England etwa ist der öffentliche Gesundheitsmarkt der wichtigste Abnehmer medizinischer Geräte und Produkte. Zu den wichtigsten Wachstumssektoren zählen „Gesundes Altern“ sowie Prävention und Management von kardiovaskulären Krankheiten. Kostenlose Unterstützung für innovative Medizintechnikhersteller bieten die 15 öffentlichen Academic Health Science Networks (AHSN). Sie helfen unter anderem auch deutschen Herstellern, den Mehrwert ihrer Produkte sowie deren Kosteneffizienz herauszustellen. In Frankreich soll es bis 2022 für strategische Sektoren der Wertschöpfung, darunter Pharma und Medizintechnik, 600 Millionen Euro an Investitionszuschüssen geben. In Polen kurbeln EU­Gelder die Modernisierung sowie den Neubau zahlreicher Krankenhäuser an, während in Russland Covid-19-bedingt der Onlinehandel mit rezeptfreien Arzneimitteln ermöglicht wurde.

Ein besonders rasch wachsender Markt in nahezu allen europäischen Ländern ist Digital Health. Ferndiagnosen und Datentransfer werden immer wichtiger, um unter anderem die ärztliche Versorgung flächendeckend sicherzustellen. Schweden gilt innerhalb von Europa als Vorreiter. Hier hilft E-Health bereits seit einigen Jahren, das Gesundheitssystem effizient zu gestalten. Auch andere europäische Länder wollen diesem Beispiel folgen, darunter Italien: Insgesamt 236 Millionen Euro plant die Regierung für E-Health-Lösungen ein. Auch Portugal ist gut aufgestellt. Neben einem Netzwerk aus Telemedizindienstleistern und Gesundheitsinformationssystemen gibt es schon seit 2012 eine nationale Plattform für Gesundheitsdaten.
In Deutschland soll das Digitale-Versorgung-Gesetz Videosprechstunden zum Alltag machen und ein digitales Netzwerk schaffen.

Das vollständige Fact Sheet steht auf den Seiten von Germany Trade & Invest zum kostenfreien Download bereit. Mehr Länderberichte rund um neue Trends in der Gesundheitswirtschaft gibt es in der GTAI-Serie „Branche kompakt“, die laufend aktualisiert und ergänzt wird. Weitere Informationen rund um das Schwerpunktthema Digital Health bietet ein GTAI-Special.