Meldung
20.10.2020

Polens Bedarf an ausländischer Medizintechnik wächst

Die Umsätze der Medizintechnikbranche nehmen auf dem polnischen Gesundheitsmarkt weiter zu. Medizinische Geräte und Produkte werden fast ausschließlich importiert. Trotz guter Zukunftsaussichten sind Partner vor Ort für ein dauerhaft erfolgreiches Auslandsgeschäft unabdingbar.

Flagge Polen; Quelle: fotolia/Tata2anka
© Quelle: fotolia/Tata2anka

Polens Gesundheitssystem gilt weiterhin als unterfinanziert. Der Markt für Medizintechnik entwickelt sich jedoch trotz Auswirkungen der Corona-Krise stabil. Das Marktvolumen belief sich 2019 auf etwa 2,5 Milliarden Euro und soll bis 2024 im Durchschnitt jährlich um 4,9 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro wachsen.

Ein entscheidender Wachstumstreiber sind europäische Fördermittel, die sowohl beim Kauf neuer Ausrüstung als auch beim Bau und der Ausstattung neuer Krankenhäuser eingesetzt werden. Zu den bedeutendsten Investitionsprojekten zählen unter anderem ein neues Onkologisches Krankenhaus in Breslau (155 Millionen Euro), ein neues Zentrales Uniklinikums mit Rettungsdienst in Posen (131 Millionen Euro) und eine umfassende Erweiterung und Renovierung des Onkologiezentrums (Maria Skłodowska-Curie-Institut) in Warschau (194 Millionen Euro).

Zu einem steigenden Bedarf an Medizintechnik trägt außerdem die alternde Bevölkerung bei. Darüber hinaus hat Polens Präsident Andrzej Duda die Gründung eines Gesundheitsfonds angekündigt, der unter anderem kostspielige Therapien sowie die Modernisierung von Kliniken unterstützen soll. Parallel dazu schreiten auch die Digitalisierung des Gesundheitswesens und der Anteil der Telemedizin an der heimischen Gesundheitsversorgung weiter voran. Krankschreibungen und Rezepte werden bereits elektronisch ausgestellt, ab 2021 folgen elektronische Überweisungen zum Facharzt sowie die Einführung der digitalen Patientenakte.

Rund 95 Prozent der in Polen eingesetzten Medizintechnik wird bereits heute importiert – Tendenz steigend. Deutsche MedTech-Anbieter haben grundsätzlich ausgezeichnete Exportchancen. Für ein erfolgreiches Geschäft wird jedoch dringend empfohlen, mit ausländischen Partnern vor Ort zusammenzuarbeiten bzw. einheimische Verkaufsspezialisten zu schulen. Für deutsche Unternehmen könnte es außerdem vorteilhaft sein, mit lokalen Produzenten oder Lieferanten zu kooperieren.

Auf ihren Internetseiten stellt Germany Trade & Invest (GTAI) ausführliche Informationen zum Wirtschafts- und Steuerrecht sowie zu Einfuhrregelungen, Zöllen und Handelshemmnissen zur Verfügung. Weitere Informationen bezüglich der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das polnische Gesundheitswesen sowie zum Thema E-Health in Polen gibt es jeweils in einem GTAI-Special.

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